Montag, 11. September 2006

Fußball ist überall gleich

Zumindest in der Art und Weise wie das eigentliche Fußballspiel vonstatten geht ist Fußball überall gleich. 90 Minuten, 22 Spieler, 2 Tore, 1 Schiedsrichter, 1 Ball. Soweit so gut.

Unterschiede gibt es aber in der Durchführung und der Organisation einer Saison. Und sogar ganz eklatante. Nach Jahren des mehr oder weniger erfolgreichen Kickens in Südwestfalen muss ich mich an einige Umstellungen gewöhnen, die mir mal leicht, mal äußerst schwer fallen.

Es gibt keine strikte Trennung von Hin- und Rückrunde. Ist im Siegerland der erste Spieltag mit dem gleichen Gegner besetzt wie der erste Rückrundenspieltag, so haben wir am Wochenende am 6.Spieltag schon unser zweites Spiel gegen Schönkirchen gehabt. Die saisonalen Treffen mit DJK Kiel werden am nächsten Sonntag beendet sein.

Es gibt keine Passkontrolle. Jahrelang musste man sich vor dem Spiel zusammenfinden um sich vom Schiedsrichter in die Augen schauen zu lassen, gleichzeitig seine letzten drei Nummern des Spielerpasses anhören und "hier" rufen. (Da fällt mir ein, Kosti hattest Du nicht die dreifache 0 am Giersberg?) Einmal im Jahr oder nach Radikalumstellung des Haarschnitts wurde vermerkt, das man auf dem Passbild fasst nicht mehr zu erkennen ist und ein neues gefordert. Jetzt geht an einfach auf den Platz und kickt. Zwar gibts auch einen Spielbericht und einen Pass, aber wo und wie der kontrolliert wird weiß ich nicht. Theoretisch könnte ein völlig anderer Spieler auf meinen Namen spielen und ich bin fast sicher, das das keiner merkt.

Lustig finde ich jetzt das ritualisierte Einlaufen beider Mannschaften mit anschließendem Winken in traditionell nicht ganz gefüllte Zuschauerränge. Dafür entfällt das Aufstellen der Teams vorm Münzwurf und das danach erfolgende Anschreien, auch Begrüßung genannt.

Gar nicht so schlecht ist die Maßnahme, das in den Kreisklassen in Kiel, anders als in den vergleichbaren Kreisligen im Siegerland, fliegend gewechselt werden kann. Zwar dürfen, glaube ich, in Meisterschaftsspielen nur 15 Mann eingesetzt werden (immer noch einer mehr als in NRW), aber die dürfen sich munter ein- und auswechseln lassen. Nützlich für Spieler mit schwächelnden Schließmuskeln oder den besonders starken Raucher. Außerdem kommt so jeder auf eine angemessene Minutenzahl und man ist nicht so angefressen, weil ein Nichteinsatz fast unmöglich ist.

Es gibt eine neue Regelung, von der ich noch nie gehört hatte, die bislang auch erst ein Schiedsrichter vor dem Spiel ankündigte, die ich völlig daneben finde. Man darf in der Kreisklasse Kiel, wenn man den Ball zum Einwurf von irgendwo geholt hat, die Kugel nicht an einen Mitspieler weiterreichen, sondern muss selber einwerfen. Ansonsten kassiert man Gelb. Wer sich sowas einfallen lässt...

Das Schlimmste allerdings ist, das der Platz nicht abgekreidet sein muss. Zu einem Fußballspiel gehört eine Markierung mit Kreide, anhand derer ich erkennen kann, ob ich die Mittellinie überschreite, als Torwart noch im Strafraum bin, den Ball also mit der Hand spielen kann und ob der Ball die Auslinie überschritten hat. Die Kreisklasse Kiel kennt dies nicht zwingend. Es besteht die, leider oft angewandte, Möglichkeit mit Fahnen(!) in den Boden gerammt eine gedachte Linie zu bilden. Da es, anders als im Siegerland, auch keine Betreuer gibt, die den mehr oder weniger unparteiischen Linienrichter mimen, hofft man entweder auf einen lauffreudigen Schiri oder man schreit das halbe Spiel beeinflussend "Aus" oder "Einwurf". Sehr fragwürdig.

Freitag, 8. September 2006

Pokalwochenende

Dieses Wochenende steht die erste DFB-Pokalhauptrunde ins Land.
Das Schöne sind natürlich immer die Überraschungen. Wenn ein Kleiner einen Großen schlägt.
Ich weiß nicht, ob das nur mir so geht, aber in meinem Empfinden gibt es Bundesligisten, die sind anfälliger für Sensationen und solche, die fast immun dagegen sind.
Ein Beispiel ist über Jahre der Eff Ceh Köln gewesen, der fast immer gegen unterklassige Mannschaften rausflog. In meiner Empfindung wohlgemerkt.

In diesem Jahr wird es ebenfalls den ein oder anderen Bundesligisten geben, der strauchelt.
Im Einzelnen vergebe ich beste Chance an:

Stuttgarter Kickers gegen Hamburger SV
Dynamo Dresden gegen Hannover 96 (wackelt dann Heckings Stuhl?)
SF Siegen gegen Eintracht Frankfurt.
Die Bundesligisten sind allesamt Wackelkandidaten und im Moment aus verschiedensten Gründen nicht in optimaler Verfassung. Ihre Gegner sind Regionalligisten und ambitionierte noch dazu. (Na gut, Siegen ist nicht ambitioniert, aber Frankfurt gegen Schalke 6:0)

Aussenseiterhoffnungen auf eine Überraschung gibts für:

FC London Homburg gegen Vfl Bochum
1.FC Saarbrücken gegen FSV Mainz 05
Chemnitzer FC gegen Alemannia Aachen

Keine Chance sehe ich im Übrigen für St.Pauli, die mit den Bayern einen zu übermächtigen Gegner habe, auch die in den letzten Jahren anfälligen Lüdenscheider werden in Thannhausen keine Probleme haben.
Und Schalke? Hat ein blödes Los bekommen mit der Zweitvertretung von Hansa Rostock. Diese zweiten Mannschaften trainieren unter richtigen Profibedingungen, das sind meistens junge, ehrgeizige Fußballer, die nur darauf warten ein Bein in die Tür des Profifußballs zu bekommen und wann lässt sich das einfacher zeigen als im DFB-Pokal, sprich im direkten Vergleich unter Wettkampfbedingungen.

Mittwoch, 6. September 2006

Würde ich zu Hannover 96 wollen?

Dieter Heckings Interesse an der Hannoveraner Offerte hat wohl rein private Gründe, wohnt seine Familie doch 30 Kilometer von Niedersachsens Landeshauptstadt entfernt. Dieses Kriterium muss bei der Frage, ob ich an seiner Stelle zum "kleinen" (das ist böse) HSV wechseln würde, weggelassen werden.

Für Hannover spricht, das der Verein in der Bundesliga spielt.

Gegen Hannover spricht alles andere. Warum sollte man wechseln, wenn man nach Jahren der Aufbauarbeit in Aachen, die mit Sicherheit nicht einfach war, endlich in der Bundesliga ankommt? Man will doch dieses eventuell nur eine Jahr (bleibt man realistisch) geniessen können.
Vielleicht sind die finanziellen Vorraussetzungen nicht optimal, dafür hat man mit Jörg Schmadtke einen sportlichen Leiter, dem Größenwahn und Selbstüberschätzung nicht nachgesagt wird, eher schon Kompetenz und ein klarer Kopf.
Man hat eine Mannschaft, an deren Zusammenstellung man aktiv beteiligt war, die Vorbereitung hat man durchdacht und gestaltet, die Spieler vertrauen dem Trainer.

In Hannover gibt es diesen erfolgreichen Hörgerätehersteller, der sich grundsätzlich in alle Angelegenheiten einmischt, der an keiner Kamera und keinem Mikrofon vorbeitänzelt, ohne Rücksicht auf die Wirkung der Aussagen.
Bestes Beispiel ist doch wieder die Verkündung der Personalie Jäggi, Martin Kind hat den Schweizer/Pfälzer fast schon vorgestellt, zumindest aber die baldige Unterschrift verkündet, am Ende kommt Jäggi gar nicht. Daraufhin wird der bisherige Top-Kandidat Bruno Labbadia, weil Jäggi nah, beiseite geschoben und Dieter Hecking zum neuen Objekt der Begierde. Oder die Art und Weise des Neururer Rausschmiss. Oder Michael Schönberg, der als Co-Trainer auf Peterchens Drängen entfernt wird, um zwei Tage später das Training zu leiten.
Daneben übernimmt man eine Mannschaft, zu der überhaupt kein Bezug besteht. Sie wurde von, ja wem eigentlich(?), zusammengestellt, sie wurde von einem ganz anderen Trainer auf die Saison eingeschworen(?), sie ist bescheiden in die Saison gestartet und gilt als graue Mittelfeldmaus, vielleicht auch noch grauer. Dagegen ist die Erwartungshaltung eine ganz andere als in Aachen und fern ab jedweden Realitätssinn.
Außerdem gibt es noch Ilja Kaenzig, der seit er in Hannover ist, sich abwechselnd mit den Trainern (Lienen/Neururer) überwirft, sich mit dem Hörgerätemulti zankt oder mal wieder entmachtet ist oder wird. Wobei das Folge seiner Streitsüchtigkeit ist.

Ich könnte jetzt noch hundert weitere Gründe finden, z.B Thomas Brdaric, warum ich an Dieter Heckings Stelle schön in Aachen bliebe.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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