kurtspaeter goes...

Montag, 3. Dezember 2007

Turtle-Tours

Nachdem ich am Mittwoch eines der schlechtesten CL-Spiele aller Zeiten im TV sehen durfte, ging es am Samstag mal wieder in die Arena.
Da mein alter Herr noch nie selbige von innen gesehen hatte, bestellte ich eine Karte mehr. Freitag abend nach Siegen geeiert (A1 halt), um dann Samstag früh die Fahrt nach Gelsenkirchen in Angriff zu nehmen.

Als Beifahrer.

Nun muss man wissen, das mein Vater die Angewohnheit besitzt, spritsparend zu fahren. Schon immer. Dies hat zur Folge, daß die restlichen Familienmitglieder äußerst ungern längere Strecken als Beifahrer mit ihm in Angriff nehmen. Denn spritsparend heißt hier kriechen.
Es ist kein Witz, daß er vor ein paar Jahren von der Autobahnpolizei angehalten wurde, weil er zu langsam unterwegs war. Die dachten, da hätte jemand Alkohol konsumiert und würde versuchen dies durch besonders vorsichtige Fahrweise zu kaschieren.
Dem war natürlich nicht so, es ging um Sprit.

Sparen heißt, abschüssig wird entkuppelt, spätestens bei 50 km/h kommt der fünfte Gang ins Spiel, heute hat er einen weiteren zur Verfügung, sodaß 50 km/h=6.Gang bedeutet, an Ampeln oder Bahnschranken wird die Karre ausgemacht und und und.
Auf diese Art kommt man dann auf einen Verbrauch von 5,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Früher, mit dem alten Diesel, da waren das auch mal niedrige 4,..-Zahen.
Um die Relation herzustellen, mein Vater brauchte sein Auto täglich zur Arbeit, wir reden hier also über mehrere Zehntausend Kilometer im Jahr.

Lange war ich nicht mehr mitgefahren, aber als zwischen Freudenberg und Olpe (nach ungefähr 25 Kilometern) ein vollbesetzter Reisebus mit der passenden Aufschrift "Turtle-Tours" elegant an uns vorbei kurvte, da wusste ich, warum.
Seit neuestem verfügt er über einen Tempomaten, dieser wurde zielsicher auf 90 eingestellt. Und natürlich für Hin- und Rückfahrt nicht mehr verändert.
Ich verlange ja gar nicht, das gerast wird. Aber ein wenig zügiger könnte es schon sein.

Irgendwann sind wir aber doch in der Arena angekommen.

Das Spiel ist kurz beschrieben.
In der ersten Halbzeit fand ich Schalke gar nicht mal sooo schlecht. Man hatte einige Torschancen und ein paar gelungene Spielzüge. Die Abwehr stand überaus sicher, nur der übliche Mangel der Chancenverwertung bleibt als richtiger Kritikpunkt.
Bis zur Halbzeit wohlgemerkt.

Danach war von Schalke nichts mehr zu sehen, ein Gurkenkick vom Allerfeinsten. Bochum schoss zweimal aufs Tor, hatte dabei einmal Pech mit einem Pfostenschuss, aber alles in allem kam da auch nix. Schalke spielte überheblich, fahrig, unkonzentriert.
Müdigkeit wird angeführt, ich verstehe so eine Rederei immer nicht. Von Valencia nach Münster ist im Flieger keine Weltreise, maximal Donnerstag morgen wird man wieder in der eigenen Koje gewesen sein. Und es ist ja nicht so, als müssten die Herren Fußballer etwas anderes außer Kicken erledigen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, zwei Spiele in drei Tagen sind nichts belastendes, sondern bringen mehr Spaß, als eine Trainingseinheit.

All denjenigen, die die Sportschau gesehen haben sei noch gesagt, daß da aus Mist ein Spiel auf höchstem Niveau gemacht wurde. (Torsten vergibt dafür den Oscar)

Mittwoch, 7. November 2007

kurtspaeter Reisewochen: Torschützen gesucht

Könnte Schalke 04 behaupten, die Chancenauswertung wäre erstklassig gewesen, dann hätte man Chelsea London gestern mit 7:2 aus dem Stadion der Halle gekickt. Da dies nicht ist, steht ein 0:0.

Ein berauschendes 0:0 wie ich finde.
Ich sagte Rakitic und Özil zusammen spielen lassen, es funktionierte nicht nur einwandfrei, die beiden spielten einfach stark. Der eine mit viel Übersicht, der andere mit Dribblings.
Heiko Westermann auf links und Rafinha auf rechts zeigten eine hundertprozentige Steigerung, die Ausflüge des ehemaligen Bielefelders mit anschließendem Torabschluß (genau so soll das sein) erinnerten sogar an Lucios Sturmläufe. Und was für eine Dampframme Jermaine Jones ist, daß dürfte inzwischen jedem halbwegs aufmerksamen Fußball-Fan bekannt sein. Der grätscht die Bälle weg, der läuft die Zweikämpfe ab, sogar den Spielaufbau mit ankurbeln kann Jones. Warum hat Frankfurt diesen Mann zwei Jahre in Reha-Zentren und Krankenhäusern vor Fußball-Deutschland versteckt?

Bitte bitte Schalke 04, so genau will euch jeder Schalker spielen und kämpfen sehen.

Mir ist ein Unterschied zwischen deutschen Mannschaften und Chelsea aufgefallen.
Das Warmmachenlaufen deutscher Mannschaft ist immer die gleiche, stupide Beschäftigung. Die Teams kommen aus der Kabine, winken ins Publikum und rennen erstmal mehrere Bahnen hoch und runter. Ohne Ball natürlich. Dann Stretchen, noch ein bißchen laufen, schließlich gehts an den Ball.
Chelsea kommt aus der Kabine, winkt ins Publikum, die Spieler schnappen sich eine Kugel, der Ball wird jongliert oder hin und her gepasst. Das alles in gemächlicher Bewegung. Nach einer Viertelstunde ungefähr wird gemeinsam gestrecht, dann über fünf Meter Entfernung kleine Läufe, um nach kurzer Zeit wieder an die Pille zu gelangen. Jetzt wird der Ball schärfer und in höherer Geschwindigkeit scheinbar wild und mit einem Ballkontakt durcheinander gepasst, bis ein Spieler zum Torabschluß kommt. Alle sind während dieser Übung in ständiger Bewegung, feste Zuordnungen oder Rangfolgen sind nicht zu erkennen.
Als ich mir gebannt diesen Wirrwarr aus Ballzirkulation anschaute, fragte mich Libuda: "Warum ist bei denen selbst das Warmmachen interessanter und engagierter als bei uns das Spiel? Und warum bewegen die sich alle, während unser Torschusstraining gerade aus dem Stand durchgeführt wird?"
Tatsächlich standen auf der anderen Seite 9 Mann im Mittelkreis die auf ihren Torschuß warteten. Betonung standen!
Nicht, daß man während des Spiels an sich gemerkt hätte, wie sich beide warm gemacht haben. Aber für mich wurde deutlich, daß diese Weltklassespieler vor dem Spiel üben, was im Spiel am wichtigsten ist. Ballkontrolle, Ballzirkulation in hohem Tempo. Außerdem werden die stupiden Läufe immer geradeaus einfach weggelassen und die hohe Belastung mit des Kickers Lieblingskind kaschiert. Finde ich persönlich sehr gut.

Fazit:
Die Ausgangsposition ist dank des Trondheim Erfolges in Valencia sogar verbessert worden. Schalke kann aus eigener Kraft das Achtelfinale erreichen. Mit ein bißchen Glück (Chelsea muss zweimal gewinnen) reicht dafür ein Sieg. Gegen Trondheim im letzten Spiel!

Montag, 29. Oktober 2007

kurtspaeter Reisewochen: Als ich Herrn Wieland traf...

... stand es in Gelsenkirchen 1:1.
Da meine Zeit vorm Spiel aufgrund der bekloppten A1 knapp wurde, trafen wir uns zu einem ersten Gedankenaustausch in der Halbzeit. Ein bißchen ist so ein Treffen wie ein Blind Date.
Man hat sich noch nie gesehen und man kennt die Stimmlage des Gegenübers maximal aus der Liga-Show.

Ansonsten endete die Kurtspaeter Reisewoche über Rostock, London nach Gelsenkirchen wie sie begann. Mit einem Unentschieden.

Seit dem Halbzeitpfiff von Dr. Felix Brych am 28.09.2007 im Spiel Schalke gegen Berlin ist abgeschnitten, was vorher stark war. Die Dynamik fehlt, Schalke wackelt bei jeder Flanke in den Strafraum, ist defensiv zweikampfschwächer. Bis Berlin war die Chancenverwertung schlecht, heute hat man kaum noch Chancen. Die gesamte Haltung der Mannschaft ein Spiel zu beginnen hat sich verändert.

Dazu kommen von außen hereingetragene Spielfelder.

Schnusenberg kritisiert den Trainer, der Trainer fordert einen zweiten Torjäger.

Der junge Rakitic fällt im Moment ganz raus, dafür spielt ein Grossmüller, der in den letzten drei Spielen genau einen gelungen Schuss aufzuweisen hat. Ansonsten kam da nichts. Inzwischen wird auch hier zurück gerudert und die Verpflichtung gleich zweier Spielmacher angekündigt. Ze Roberto aus Brasilien und Levan Kenia aus ... Georgien.
Letzterer ist gerade mal 17 und ohne ihn zu kennen frage ich mich, was ist mit Özil und Rakitic? Wo ist das Vertrauen in die eigene Ausbildung?

Dazu kommt, daß der Heilsbringer des deutschen Torwartwesens nach zwei (zugegeben kapitalen) Böcken zum Problem des Fc Schalke auserkoren wird.
Typisches Phänomen, erst ist er die große Nummer, im Kicker-Vergleich vor zwei Wochen wurde er stärker als Rensing und Adler eingeschätzt, jetzt titelt man "Hat Schalke ein Torwartproblem?".

Vielleicht beginnt man bereits im Pokalspiel gegen starke Hannoveraner am Dienstag wieder mit der alten Stärke. Hinten dicht, aggressiv und mit Power nach vorne.
Dann hört auch das Gequatsche drumherum wieder auf und Schalke wird in der Tabelle nach oben klettern.

(Herr Wieland zum gleichen Spiel)

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Kurtspaeter Reisewochen: Die Biertermite und andere Kurzgeschichten aus London

Gerade bin ich frisch aus London zurück. Also frisch nicht, aber wieder da.

Hier ein Auszug der letzten 32 Stunden:

1. Gestern morgen um 5 Uhr ging der Wecker im Hause Spaeter, halb 6 bereits Abfahrt zum Kollegen Lohr alias Libuda.
Weitere Anwesende und Mitreisende: H. und Libuda Freundin A. respektive G. (das ist eine Abkürzung ihres Namens!!!) Da Kollege Libuda mir Dienstag mitteilte, das das zu leihende Auto die ungefähr 80 Kilometer nach Lübeck nicht sicher heil überstehen würde, musste ich fahren. Neben Libuda persönlich. Also um 6 noch schnell den Reiseleiter Steppo im Industriegebiet Wellsee eingeladen und ab ging die Post. Scheinbar endlose anderthalb Stunden später kamen wir am Oktoberfestzelt am Lübecker Flughafen an.

2. Dabei lief uns zum ersten Mal die Biertermite über den Weg. Es gibt auf Trikots vier häufige Möglichkeiten der Beflockung. Gar keine, der Name eines Spielers, der eigene Name oder wie bei mir ein Synonym. Manche davon sind so bescheuert, das man sie auf ewig behält und sie immer wieder sieht. Hier also die "Biertermite" mit der Nummer 79. Ich weiß nicht wie oft mir dieser Mensch, dessen wahre Identität nicht geklärt wurde, in London über den Weg gelaufen ist.

Stanstedt als Flughafen mit dem Zusatz London stellt eine Farce dar. Genau wie Frankfurt-Hahn nix mit Frankfurt am Hut hat. Mit dem Bus eiert man ungefähr eine Stunde bis nach London, um dann innerhalb der britischen Metropole noch eine Stunde das Verkehrschaos auf den Straßen bestaunen zu dürfen.

3. Immerhin Zeit, die Biertermite links liegen zu lassen und einen jungen Herrn unbekannten Namens aus Recklinghausen ins Gespräch zu bringen. Dieser erzählte, das er gerade aus Düsseldorf äh Weeze angekommen sei und zu seinen Kumpels stoßen wolle. Diese waren schon Dienstag nach London gereist. Was ihm nicht gelang. Am Flughafen fiel ihm auf, daß er seinen Personalausweis verloren hatte. Daraufhin zum Bundesgrenzschutz wegen dreitägiger Bescheinigung menschlicher Existenz. Alles kein Problem meinte der BGS.

Bis zur Frage nach dem Aufenthaltsgrund. Fußball in London gucken. Das Ende war, keine Bescheinigung, über einstündige Kontrolle seiner Kollegen und der Anruf bei einer Bekannten aus dem Rathaus Recklinghausen, die Mittwoch morgen extra bereits um 6 Uhr 30 zur Arbeit kam, um dem jungen Mann einen vorläufigen Perso auszustellen. Nur deshalb konnte er rechtzeitig und nur mit dem Verlust von 75 zusätzlichen Euro für die Umbuchung und den Sprit nach London fliegen.
Wenn man bedenkt, das seine Kumpanen Fans von Slavia Prag (Dienstag Arsenal-Prag 7-0) kennenlernten und bis morgens feierten, hat er wahrscheinlich noch die billigere Variante gewählt und der BGS sich ordentlich zum Affen gemacht.

4. Mit dem Bus bis zur Liverpool Street gefahren, dann in die Untergrundnetze Londons gestürzt. Wir mussten schließlich unsere Karten abholen. Über Schalke war nix zu machen. Also hat Reiseleiter Steppo die Ex-Freundin eines Mitarbeiters kontaktiert, die zufällig in London (nach Deutschland aus England kein Versand) wohnt. Diese war, obwohl Steppo oder wir völlig unbekannt, so nett, 5 Karten zu besorgen und sogar noch auszulegen. Daumen hoch.

5. Danach haben wir das übliche Sightseeing mit Lord Nelson, dem dicken Ben und Churchill gemacht. Nicht weiter spektakulär. Dafür aber die Informationen von Trainerlegende Butzlaff, das der BVB ein Einweihungsspiel gegen Wormatia Worms am gleichen Abend bestreiten würde. Klasse.

6. Drei Stunden vor Spielbeginn kamen wir an der U-Bahn-Haltestelle Fulham-Broadway an. Noch kurz in einer Sportbar mit ein paar Pint erfrischt, wollten wir uns auf den Weg ins Stadion machen. Auf dem vermeintlich richtigen Weg kam uns dann eine Meute von mehreren hundert Schalke-Sympathisanten umzingelt von Polizei entegegen. Wir uns gewundert, nachgefragt, wir waren auf dem richtigen Weg ins Stadion. Die Meute ging davon weg. Nach einiger Zeit fanden wir heraus, das die Polizei wohl versuchte, die Schalke-Fans in die Sportbar zu treiben. Keine Ahnung warum. Jedenfalls passten nicht alle in die Bar, sodaß nach einer Viertelstunde alle wieder umkehrten und die Polizei die Schalker in den Block trieb. Sehr skurril.

7. Auf dem Weg zum bzw im Stadion traf ich im Übrigen mehrere alte Bekannte wieder.
Teile des Fan-Club Oberes Johannland zum Beispiel, vor zehn Jahren Wiedersacher in Sachen Schalker-Fan-Klub-Meisterschaft (erfolglos fürs Johannland natürlich) sowie Organisatoren der Fahrt zum Mailänder UEFA-Cup-Finale. Oder den ehemaligen B- und A-Jugend Mitstreiter Becker aus Altenhof. Sehr schön.

8. Das Stadion:

8 a. Unsere Karten: Oberste Reihe im Oberrang, direkt unterm Dach. Zugig, von den Schalke-Fans abgeschnitten. Aber egal. Kollege H. wurde fast Opfer der skandalösen Verhaltenswünsche in englischen Stadien außerhalb des Gäste-Fanblocks.
Für ein zärtlich angehauchtes "Schalke" bekam er die unmissverständliche Aufforderung, Gesänge, Klatschen, Aufspringen oder ähnliche Schalke-nahe Aktivitäten zu unterlassen oder das Stadion unverzüglich zu verlassen. Das wir in der restlichen Zeit innerhalb des Stadions ein Massaker hätten anrichten können, interessierte niemanden. Kein Abtasten, keine Detektoren, nichts. Aber Hauptsache Schnauze halten. Die spinnen.

8 b. Ansonsten ist die Stamford Bridge wie man sich ein englisches Stadion vorstellt. Mitten in einem Wohngebiet, alte Drehkreuze, enge Aufgänge.
Nur der Verkauf von Pepsi-Flaschen und Nescafe als Erfrischungsgetränke (kein Bier; und nochmal Flaschenverkauf, aber Schnauze halten) sowie Sandwiches oder Hot Dogs (keine Bratwurst) in wohltemperierten Räumen passte nicht ins Bild.

8 c. Weiß jemand, wie die Engländer ihren Rasen so schön in Schuss halten? Unter anderem, weil direkt nach dem Spiel ein Mann mit viel zu kleinem Rasenmäher (Lothar, die Firma?) Gerade für Gerade nachmähte. Gehend wohlgemerkt, nicht sitzend und fahrend.

8 d. Das Spiel ist schnell erzählt. Rafinha, glatte 6, geht nicht richtig hin, Neuer patzt katastrophal und nach vier Minuten war alles klar. Man hatte zwar nie den Eindruck, das Chelsea Schalke an die Wand spielte, aber auch nie wirklich, das Chelsea Schalke rankommen lassen wollte. Der Sieg ging völlig in Ordnung.
Bis nachts um eins von Schiebung und Betrug seitens der Scheidsrichter geredet wurde.
Großmüller und das 2:0 durch Drogba sind haarknappe Dinger, die ich selbst in der Zeitlupe nicht eindeutig fand, also geschenkt. Alex gehört vom Platz, aber davon schießt Schalke trotzdem nicht den Anschlußtreffer. Also, Kirche im Dorf lassen.
Auffallend wieder einmal der behäbige Spielaufbau, vorallem in den ersten 60 Minuten und die schwache Leistung der beiden Außenverteidiger. Rafinha war vor 3 Jahren fast Nationalspieler, heute müsste er wegen schwacher Leistungen auf die Bank bei Schalke.

9. Der Abend wurde dann in einer Bar mit anschließendem Bustransfer nach Stanstedt beendet. Tanzen, singen, ein halber Liter Bier für nur 1 Pfund 50. Ausnahmsweise fehlte genau an diesem Ort und zu dieser Zeit die Biertermite.

Nach genau einer Stunde Schlaf Rückflug nach Lübeck und Heimreise. Jetzt bin ich im Eimer. Aber Samstag gehen die Reisewochen weiter mit der Fahrt zum Spiel gegen Bremen. Bis dahin füllt sich der Akku hoffentlich wieder.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Kurtspaeter Reisewochen: Das beste an Rostock...

...sind die Eintrittskarten. Schlichtes Design, ein Flutlichtmast der das Ostseestadion bestrahlt. Anders als die 08/15 Karten, die man aus Gelsenkirchen, Bremen oder München gewohnt ist. Kein CTS-Style eben.

Auch wirklich gelungen ist Rostock an sich. Schöne Bauten, nette Parkanlagen, sauber, irgendwie putzig süß wirkt die Stadt.

Alles andere an Rostock ist zum Kotzen.

Das Spiel, das der Fc Schalke 04 gestern veranstaltet hat, war erschreckend schlecht.
Ohne Elan, ohne Zweikampfverhalten, langsam (oder lahmarschig), ungefährlich, umständlich, grauenvoll.

Schalke spielte mit einer offensichtlichen Arroganz, die überhaupt nicht angebracht ist.
Wer auch immer sich hinstellt und behauptet, da spielte eine Spitzenmannschaft, hat von Fußball keine Ahnung.
Rostock ist eine biedere, unterdurchschnittliche Bundesligamannschaft.
Schalke ist nichts anderes.
In 90 Minuten eine Torchance (Westermann nach 5 Minuten), das Tor ein Zufallsprodukt. Anstatt danach ordentlich Druck zu machen oder wenigstens Konter zu setzen, schiebt man sich behäbig mit dicker Bierplautze über den Rasen, lädt den Gegner zum Tore schießen ein, verweigert jegliche Einstellung.

Wo sind die Leader der Mannschaft? Warum schafft es Marcelo Bordon nicht, seinem brasilianischen Kollegen Rafinha, ohne Zweifel ein talentierter Aussenverteidiger, mitzuteilen, daß ein Fußballspiel in Bewegung stattfindet? Das man bis zur Grundlinie laufen muss um dann zu flanken? Willy Sagnol spielt bei Bayern, sein Nachfolger in Gelsenkirchen.
Wofür ist Nestor Jevtic Techniktrainer? Kevin Kuranyi scheint, bei aller ehrlich geleisteten Arbeit, Techniktraining weiträumig zu umschiffen. Wofür hat man mit Rakitic und Großmüller zwei Spieler verpflichtet, die in Aktion und Radius genauso langsam sind wie ihr Vorgänger?
Diese Liste könnte endlos weitergeführt werden. Fakt ist, in der gestern gezeigten Leistung ist nichts, was Hoffnung macht, am Ende wenigstens Platz drei zu erreichen.

Warum sind in Rostock die Fankurven auf einer Seite? Eine bessere Möglichkeit, die Situation unübersichtlich zu gestalten gibt es nicht.
Warum hatte man nach dem 1:0 das Gefühl, fällt jetzt das zweite Tor, dann kommen wir hier nicht lebend weg? Ein derartiger Hass, ein derartig asoziales Verhalten habe ich noch nie erlebt. Rechtes Pack, besoffen, aggressiv. Dutzende Menschen im Zug konnten auf der Rückfahrt von Handgreiflichkeiten berichten, teilweise waren sie gezeichnet mit blauen Flecken oder Platzwunden.
Das bleibt mir von Rostock im Gedächtnis.
Neben der Eintrittskarte.

Dienstag, 26. Juni 2007

kurtspaeter goes Hurricane

(Donnerstag, 28.6., Fotos angehängt.)

Mal was ganz anderes, kein Sport, schon gar kein Fußball, sondern Musik.

Hurricane Festival 2007

Die positive Nachricht vorweg, es begann erst zu regnen, als das Zelt am Donnerstag gegen 15 Uhr aufgebaut war und bis es in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder aufhörte konnten wir zumindest trocken liegen. Sehr gute Qualität dieses Zelt.
Für nächstes Jahr merke ich mir trotzdem vor, Pavillons sind etwas großes, Pavillons sind geil. Ehrlich gesagt erzähle ich das aber schon seit Jahren, gekauft habe ich mir trotzdem nie einen. Wie gut, das in der großen Runde der aus den verschiedensten Ecken Deutschlands angereisten Zeltplatzcombo wenigstens zwei erstklassig ausgerüstet waren.
Eine Gitarre, zwei Pavillons, 15 Stühle. Dazu ein Grill, etwas Bier, gute Laune und Regen. Regen. Regen. Mehr brauch ein gutes Festival abseits der Musik nicht.
Das gute am Festivalgelände in Scheeßel ist zudem, das es auf einem Acker der Landwirtschaft stattfindet. Irgendwelche Felder, die irgendein Bauer zur Verfügung stellt. Eine Drainage existiert nicht. Schlamm dagegen umso mehr. Wenn es regnet. Aber ich erwähnte schon, das es regnete.

Musik gabs auch noch.

Freitag:
Fanta 4, nicht wirklich mein Fall, aber besser als bei einem Einzelkonzert in Kiel vor ein paar Jahren. Muss man trotzdem nicht haben.
Den Anfang der Beastie Boys. Ich war ehrlich gespannt, aber nachdem die 10 Minuten wild auf der Bühne rumgehüpft sind und ich kein Wort verstehen konnte bin ich gegangen.
Ein bißchen The Good, the Bad and the Queen, ein Auftritt der von Frau kurtspaeter mit viel Begeisterung abgefeiert wurde.
Danach Queens of the Stone Age. Genau fünf Lieder habe ich diesmal ausgehalten, dann musste ich weg. Ich habe QOTSA jetzt dreimal auf einem Festival gesehen und kann immer noch nicht ergründen, warum diese auf CD so erstklassige Band Live dermaßen Scheisse ist. Kommt bei mir einfach nicht an. Außerdem wirkt Josh Homme jedesmal wie ein arrogantes Riesenarschloch.

Samstag:
Hab ich komplett verpasst. Den Herrn aus Kapstadt getroffen und in einem Bulli gehockt, gegrillt. Na gut, Frank Black hab ich gesehen. Abends um 18 Uhr. Fand ich ganz o.k., ohne Buddle wäre ich aber wohl nicht dort gelandet. Da als "Headliner" eine Person namens Marilyn Manson angekündigt war, habe ich schnell die Flucht ergriffen und lieber unterm Pavillon dem Regen getrotzt.

Sonntag:
Mein Musik-Tag.
Begonnen mit La Vela Puerca, spanischer Ska, kein Wort verstanden, die Hauptsache ist aber, das man den Künstlern ihren Spass anmerkt. Das ist bei La Vela Puerca definitiv der Fall, daher Daumen hoch.
Im Anschluss folgte Juliette Lewis und die Licks. Die Frau hat absolut einen an der Klatsche. Indianerbemalung, Feder im Haar und eine Mimik aus dem Kuckucksnest. Man merkt eben,das Frau Lewis Schauspielerin ist. Die Musik/das Konzert war trotzdem/gerade deswegen sehr gut.
Im Übrigen ist die Frau für mich ein Phänomen. Ich kenne sonst niemanden, der von jetzt auf gleich richtig gut und dann wieder total Scheisse aussehen kann. Je nachdem wie die Sonne steht.
Less than Jake lief dann ein wenig im Hintergrund, bevor mich jemand zu Kings of Leon schleppte. Aber während SpOn total begeistert ist, hab ich fast gekotzt. Der Sänger hört sich an, als ob der Kehlkopf unbeweglich und starr im Hals klebt, die Stimmbänder mit der Speiseröhre vernäht. Kann man sich nicht anhören.
Placebo war da, für mich aber gabs Me First and the Gimme Gimmes. Kannte ich nicht, hat aber Spass gemacht.
Anschließend Dropkick Murphys. Hach, herrlich. Pause machen kennen die nicht, Ansagen sind für den Arsch.
Lieber knüppelt der Schlagzeuger so besorgniserregend auf seinem Gerät herum, das Frau kurtspaeter die Anzahl der Reanimationen in Erfahrung bringen wollte.
Leider bemerkte man bei den Murphys aber, das eben bei einem Festival viele Zuschauer sind, die eine Solotour der Murphys nicht besuchen würden. Ähnlich wie ich nicht zu Frank Black ginge. Darunter leidet die Stimmung immer ein wenig. Trotzdem ein Muss diese Jungs.
Zu guter Letzt, als krönender Abschluss und kompletter Gegenpart zu den Murphys, Pearl Jam. Ich wünschte mir einen Stuhl mit Lehne, ein kühles Bier und ein gute Sicht. Einfach hinsetzen und völlig entspannt und zufrieden zuhören.

Drumherum:

Bei aller Einzigartigkeit die Pearl Jam für sich proklamiert, Nähe zur Basis, nicht abheben, politisch korrektere Korrektheit, Anti George W., manchmal ist mir das dann doch zu hoch was diese Musikstars angeht. Offizielle Festival-T-Shirts vom Hurricane gibts nur ohne den Aufdruck "Pearl Jam". Ich habe aus Neugierde nachgefragt, Pearl Jam wollte nicht mit den anderen Bands auf einem Shirt stehen. Kann man glatt als Arroganz auslegen und als Schwachsinn noch dazu.

Reglementierungen auf Festivals sind in diesem Jahr (m)ein Thema gewesen.
Das man auf die Zeltplätze keine Glasflaschen und aufs Musikgelände nur 1,5 Liter TetraPak mit Inhalt der Wahl mitnehmen darf kann ich aus betriebswirtschaftlichen und verletzungstechnischen Gründen verstehen.
Das aber inzwischen Crowd Surfen mit Ausschluss bestraft wird ist daneben.
Man reglementiert sich in die Sterilität. Es ist jedem selber überlassen Musik so weit wie möglich vorne zu schauen. Wer keinen Bock auf Gedränge und Menschen in Kopfhöhe hat, soll eben etwas an den Rand oder weiter nach hinten gehen.
Laut Organisation ist es vermehrt zu Verletzungen gekommen. Daher diese Maßnahme. Na ja.
Die erste und einzige Verletzung, die ich mitbekam war ein betrunkener Mensch, der Freitag nachmittag über vier längs aufgestellte Gartenstühle springen wollte, mit der Schulter aufkam und nach Studium des Röntgenbilds selbst Laien den Bruch des Schlüsselbeins erklären konnte. Also, nächstes Jahr keine Gartenstühle mehr auf dem Hurricane Festival ist der Umkehrschluss.

Ein kleiner Fotoausschnitt:

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Aus solchen Bechern kann Trinken gar keinen Spass machen. Zur Auswahl standen noch Naldo, Abwehr und Per Mertesacker, Abwehr.

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Das Zelt hat gehalten...

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...trotz des Wassers von oben...

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Meine Schuhe sind inzwischen wieder sauber.

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Wer hat eine Ahnung, warum Flunky-Ball heißt wie es heißt und was haben Trinkspiele für einen Sinn, wenn ich als Belohnung trinken darf. Andersrum ist logischer.

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Ach, die alten Zeiten. Der Herr aus Kapstadt und ich.

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Freitag, 18. Mai 2007

kurtspaeter goes Liga-Show Teil 2

Hat man Auf Schalke noch Hoffnung?

Mich gibt es diese Woche nicht nur schriftlich, sondern auch auf die Ohren.

Kurtspaeter im Gespräch mit Max und Franz bei der Liga-Show.

(Gleiche Kombo im Übrigen wie beim ersten Mal. Oliver alias mythos alias breitnigge ist ebenfalls wieder dabei)

Montag, 14. Mai 2007

kurtspaeter goes Derby

Ich kann mich nicht erinnern, das ich nach einem Fußballspiel eine geschlagene Stunde apathisch auf meinem Platz im Stadion gesessen habe. Für dieses neue Erlebnis danke ich der Mannschaft von Schalke 04.

Dabei gab der Tag viele schöne Vorlagen um es anders zu bekommen.
Eine feucht-fröhliche Zugfahrt von Kiel nach Lüdenscheid. Ein herrlicher Marsch mit 10000 gleichgesinnten durch die verbotene Stadt, friedlich und stimmungsvoll. Ein Anfang wie er besser kaum hätte sein können mit den frühen Rückständen Stuttgart und Bremens.

Die Stimmung auf der Tribüne wurde dann von Minute zu Minute weniger, Fingernägel verschwanden in Mündern und kamen gekürzt wieder zum Vorschein, die zugeworfenen Blicke waren entgeistert, Kopfschütteln die häufigste Körperbewegung.

Wie kann eine Mannschaft eine solche Scheisse fabrizieren.
Drucklos, unengagiert, einfallslos, zweikampfschwach trabten 9 Spieler (Neuer und Bordon sind befreit) über den Platz in der Hoffnung, das Lüdenscheid, Bremen und Stuttgart noch dümmer spielen würde als man selbst. Was Bremen gelang, dem Rest nicht.
Mehr braucht man zum Spiel nicht wissen.

Das im Verlauf des Abends in einer Lüdenscheider Kneipe ein Kleingeist in gelb-schwarz dem Herrn Libuda kommentarlos das Jochbein prellte passt zu diesem Scheiss-Tag. Ohne Not, mitten in der normalen Unterhaltung über das Spiel. Schwachkopf.

Andere Stimmen:
Regen über Dortmund
Fotos aus Dortmund
Stuttgart übernimmt die Tabellenspitze.

Sonntag, 15. April 2007

kurtspaeter goes mainz

Zug fahren kann so anstrengend sein.
In Bullenhitze über 7 Stunden von Mainz nach Kiel, dazu auch noch das nahende Ende der Osterferien in Schleswig-Holstein und eine bedrückende Enge im Waggon.
Zu wenig Schlaf, keinen Bock mehr, will nur noch nach Hause.

Dabei war das Wochenende wirklich sehr schön.
Freitag in Köln die Hinfahrt unterbrochen um am Samstag mit dem Auto nach Mainz gebracht zu werden.
Wunderschönes Wetter mit Temperaturen jenseits der 25 Grad, freundliche Menschen überall, ein proppenvolles Stadion und eine angemessen starke Schalker Leistung.

Zunächst, mein letzter Besuch am Bruchweg liegt ziemlich genau drei Jahre zurück.
Daher war ich sehr überrascht, das es Zusatztribünen gibt. Eine Stahlrohrkonstruktion an der linken und rechten Seite der Hauptribüne in deren Mitte jeweils ein Flutlichtmast herausragt. Das letzte Mal habe ich so eine Konstruktion bei einem Robbie-Williams-Konzert in Mannheim gesehen.

Mein Platz war auf der Gegengerade, erste Reihe, sichtbehindert. Unfassbar, die Gitterstäbe des Geländers ließen freien Blick auf genau ein Tor zu. Für den Rest musste ich immer um die Ecke schauen oder aufstehen, was natürlich bei den Hintermännern nicht für große Begeisterung sorgt. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt.

Das Spiel ist schnell erzählt, Sommerfußball von Mainzer Seite, überraschend kaum Einsatz und clevere Schalker, die mit Autorität ihr Ding runterspielten und zu keinem Zeitpunkt in Gefahr kamen.
Meine Prognose, das die Schwächen in der Innenverteidigung zu suchen sind, hat sich schon nach zehn Minuten bewahrheitet. Nationalverteidiger Friedrich stellt sich nach einem langen Ball amateurhaft an und Kuranyi vollstreckt. Damit war das Ding bereits gegessen.
Ist doch wirklich was feines, man konnte sich entspannt zurücklehnen und ein Fußballspiel ohne große Aufregung geniessen.

Am Ende ist Schalke dem Ziel wieder einen Spieltag näher gekommen, die Mainzer müssen sich allerdings etwas überlegen. Mit solchen Auftritten kann man die Klasse nicht halten.
Was wirklich schade wäre, die Stimmung, der Umgang zwischen den Fans ist in Mainz sensationell friedlich. Kein Hass, keine Schmähungen wie in vielen anderen Stadien üblich. Man kann in gegnerischem Trikot hinter der Mainzer Kurve herlaufen ohne Sorge zu haben, von irgendeinem pöbelnden Betrunkenen angemacht zu werden.
Diese Freundlichkeit habe ich in der Bundesliga noch nicht häufig erlebt. Wirklich stark.

Sonst war noch erwähnenswert, das ein namentlich mir nicht bekannter Schalke-Fan für das letzte Heimspiel gegen Bielefeld bei ebay für eine Nordkurvenstehplatzkarte im Originalwert von 9 Euro schlappe 1300 Euro bezahlt hat.
Hoffentlich wird dieser Idiotie irgendwie und schnellstmöglich ein Riegel vorgeschoben.

Meine Helden der Woche diesmal zwei Mitbürger unbekannten Namens aus Koblenz.
Die beiden halfen einer Frau Kinderwagen und Koffer in den ICE zu schleppen, verabschiedeten sich noch kurz und kamen als Dank nicht mehr aus dem Zug.
Kreischend machten sie auf sich aufmerksam, aber der ICE setzte sich in Bewegung, die beiden Helfer mussten von Koblenz nach Bonn mitfahren und als kleines Bonbon mussten sie für die Tickets der Rückfahrt mindestens 9,60 Euro pro Person latzen.
Schon blöd gelaufen...

Für alle die ein paar Fotos aus Mainz sehen wollen, hierlang.

Montag, 12. März 2007

kurtspaeter goes Bayern-Bremen und Jürgen Röber ist raus

Wie schon erwähnt weilte ich gestern in München beim Spitzenspiel zwischen Bayern und Werder. Zurückgekommen bin ich mit dem avisierten Punkt. Auch wenn ich nach dem Samstags Ergebnis von S04 auf die Bayern gehofft hatte.

Das Spiel:

Das Spiel hat mich nicht von meinem Sitz gerissen. Ein mittelmäßiges Bundesligaspiel mit erschreckend schwachen Bremern. Falls mir wieder jemand "bashing", in diesem Fall der Bremer unterstellen will, diese Meinung ist nicht exklusiv die meine, diese Ansicht vertrat der komplette Reisebus und der Bestand neben mir aus sechs "Geräucherten Makrelen" und einem Köln-Fan.

Die rechte Abwehrseite war völlig überfordert, ich habe Fritz noch nie so gedankenverloren und langsam agieren sehen wie gestern, Vranjes konnte ihm aufgrund eigener Tölpelei überhaupt nicht helfen. Somit hatten Schweinsteiger und Lahm freie Bahn und erspielten den Bayern immer wieder gefährliche Torszenen. Das einzige Manko lag im Ausnutzen dieser Chancen. Podolski alleine hätte noch zwei weitere Tore machen müssen.

Nach vorne kam von Bremen überhaupt nichts. Almeida und Hunt abgemeldet, Diego emsig aber ineffektiv, Frings mit vielen Fehlpässen, Klose gar nicht erst dabei.
Hätte nicht Oliver Kahn einen negativen Geistesblitz entwickelt, Bremen wäre nie zu einer Torchance und nie zu einem Tor gekommen.

Am Ende steht Bremen mit drei Punkten Rückstand sehr gut da. Jetzt kommen die Spiele, die in der Hinrunde die Nation von Bremen staunen ließ. Ob sich dies aber angesichts der momentanen Verfassung Werders wiederholen wird?
Die Bayern sind wirklich rechtzeitig auf dem aufsteigenden Ast. Trotz des Punktverlustes fand ich sie souverän, spielbestimmend und druckvoll.

Wenn jemand allerdings mal richtigen Fußball, ein richtiges Spitzenspiel sehen will, wenn jemand mal den Unterschied zwischen gut und richtig Klasse sehen will, dann besorge man sich eine Aufzeichnung von Barca gegen Real vom Samstag. Das ist drei Klassen besser als dieses Spitzenduell gewesen.

Der unsportliche Teil:

Das die Allianz-Arena ein tolles Fußballstadion ist, daß Bayern-Fans zumindest bei Heimspielen nicht zu überschwenglicher Stimmung neigen, daß die Fahrt nach München jedes Jahr ein Highlight im spaeterschen Terminkalender ist, alles bekannt.
Die Details bleiben wie immer im verborgenen bzw im Bulli bzw sind den Mitreisenden nicht mehr geläufig.

Geärgert habe ich mich nur über eins. Das es inzwischen in einigen Bundesligastadien usus ist, Getränke und Essen nur mit einer aufladbaren Karte zu bezahlen und Bargeld überhaupt nicht mehr angenommen wird ist sicherlich diskussionswürdig.
Das die Karte der Allianz-Arena allerdings nach zwei Jahre abläuft, das ist schlichtweg Blödsinn. Da ich mich eher selten in der Nähe Münchens aufhalte, kann ich die Karte nicht mehr benutzen, meine 2 Euro 30 die als Wert noch auf der Karte waren, verfallen.

Die Liga:

Schalke hat am Samstag zumindest was man in der Arena-Konferenz mitbekam sehr schwach gespielt und richtig Dusel gehabt, das Spiel in Hannover nicht verloren zu haben.
Es sieht definitiv so aus, als ob man die Auszeit die jede Mannschaft einmal pro Runde hat im Moment nimmt. Es wäre ein günstiger Zeitpunkt mit den Spielen gegen Stuttgart und in München dies Auszeit wieder zu beenden.

Werder Bremen hat richtig Glück, das Peter Gagelmann aus Bremen kommt, Sascha Dum das Pech, nicht Oliver Kahn zu sein und ich die Schnauze voll von unfähigen Schiedsrichter denen jegliches Fingerspitzengefühl, jegliche Ahnung vom Fußballer-Innenleben abgeht.
Von dieser Liste sind auszuschließen die Herren Wagner, Rafati, Weiner, Fandel, Merk (aus persönlichen Gründen), Gagelmann, Kempter, Meyer, Wack.
Schleunigst!

Meine Freunde aus Lüdenscheid bemühen sich redlich, das am 33.Spieltag ein Traum Realität werden kann. Wenn jetzt Schalke wieder in die Erfolgsspur zurückfindet, dann schiessen wir uns in Lüdenscheid zur Meisterschaft und den Gegner gleichzeitig in die zweite Liga. Ob ich bei den anschließenden Feierlichkeiten mehr die Meisterschaft oder den Abstieg begieße entscheide ich spontan...
Während ich diese Zeilen verfasse, trennt sich der Ballsportverein vom Borsigplatz erneut von seinem Trainer. Jürgen Röber ist zurückgetreten.
Eine nicht wirklich überraschende Nachricht. Nachfolge steht nicht fest, die Trennung ist freundschaftlich, blablabla.
Die üblichen Verdächtigen werden ebenfalls aufgerufen. Magath, Doll, Sammer.
Thomas von Heesen hat sich angeblich selbst aus dem Trainerstuhl in Lüdenscheid geschossen durch eine Hinhaltetaktik. Ich kann ehrlich gesagt nachvollziehen, das er diese Mannschaft jetzt nicht übernehmen will.
Und eine kleine Spitze in Richtung Geschäftsführer kann ich mir auch nicht verkneifen. Es ist erstaunlich, das Personen, die sich in Finanzfragen offensichtlich gut auskennen, ihren Horizont nicht einschätzen können und meinen, sie müssten den großen Zampano raushängen lassen. Sportliche Fragen sollten von Sachkundigen geklärt werden. Herr Watzke gehört für mich nicht dazu.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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