Freitag, 19. Mai 2006

Neues vom Loddar

Er hat einen neuen Job unser Lothar.
Aber nicht wie in den letzten Tagen vermutet wurde weit weg in Israel.
Nein, er kommt uns wieder näher. Er soll Salzburg zum österreichischen Meistertitel führen. Dabei wird er Nachfolger von Kurt Jara und Vorgesetzter seiner Ex-Mitspieler Zickler und Linke.
Und der Knaller folgt erst noch.Sein neuer Teamchef heisst... Giovanni Trapattoni!!!!
Wird Andi Brehme wohl Co-Trainer?!?

Der fünfte Jahrestag eines Traumas

Samstag, 19. Mai 2001.
Wir hatten die gesamte Saison in der Dachgeschosswohnung eines Bayern Fans auf Premiere verfolgt. Damals musste man noch jede Woche sein Topspiel freischalten lassen, wir sahen meist die Partien von S04, ab und an auch mal die Bayern oder die Konferenz.
Danach, vor allem bei schönem Wetter suchten wir den Weg in die Poststrasse mitten im Herzen Siegens, wo man so vorzügliche Biergärten, Kneipen und die dazugehörigen Getränke geniessen kann.

An diesem Samstag wurde die Ein-Zimmer-Bude von etlich mehr Personen als die üblichen drei Verdächtigen bevölkert. Die Sympathien hielten sich fast die Waage. Zwei Bayern-Fans standen drei Schalker sowie zwei Frauen gegenüber.
Der Grund war allzu banal. Schalke hatte zwei Punkte Rückstand auf die Münchener, die in Hamburg spielten, während Königsblau den designierten Absteiger aus Unterhaching empfing. Die Vorberichterstattung begann schon um 14.30, damals noch mit Jörg Wontorra im KICK-Studio.
Beide Stadien waren wie die Wohnung bis auf den letzten Platz besetzt, als die Schiedsrichter die Partien anpfiffen.

Nach einer halben Stunde Ernüchterung auf Schalker Seite, Unterhaching führte durch Breitenreiter (heute Holstein Kiel) und Spizak (bis 30.6. noch SF Siegen; welch Zufall bei beiden) mit 2:0. Aber die Schalker kämpften sich bis zur Pause wieder zurück ins Spiel, 2:2 (van Kerckhoven, Asamoah). In Hamburg passierte so gut wie nichts bis dahin.
Stand 46.Minute: 1. Bayern, 2. Schalke, wie gehabt.
Schalke spielte nach der Pause eher verkrampft weiter, in der 69.Minute ging Haching durch Seifert wieder in Führung.
Postwendend die Zeit des in dieser Saison überragenden Jörg Bohme. 3:3 (71.) und 4:3 (74.). Die Freude in der Siegener Wohnung kannte keine Grenzen. Nun übertrug Premiere permanent die Hamburger Partie, denn es war klar, das bei einem Tor des HSV der Fc Schalke 04 erstmals seit 1958 die Meisterschaft feiern würde. Wir Schalker hatten schon eine der Frauen damit beauftragt, im Fall der Fälle sofort den Motor anzuschmeissen, um die 130 Kilometer nach Gelsenkirchen so schnell als möglich zu überbrücken.
Irgendwann schoss Ebbe Sand mit seinem 22. Saisontor noch das 5:3, was aber in unserer Anspannung eher unterging.
In der 89. Minute dann das unfassbare. Der Ball kommt zu Marek Heinz, der macht zum ersten und einzigen Mal in der Bundesliga was richtig, flankt den Ball von halblinks in den Strafraum, direkt auf den Kopf von Sergej Barbarez. Der Ball fliegt in die vom Torwart ausgesehen, untere linke Ecke, Kahn kann ihn nicht erreichen. 1:0 Hamburg.
Ausgelassener Jubel in der Wohnung. Bei dreien zumindest, Enttäuschung bei den Bayern-Fans, eine Wand bekommt eine empfindliche Delle dank eines Schlages eines der scheinbar gefrusteten Unterlegenen.(gut, das es der Wohnngsinhaber selber war)

Das Auto wird schon angeworfen, als ein Zweikampf in Richtung des von Matthias Schober (ausgeliehen von Schalke!) gehüteten Gehäuse abgefälscht wird. Dieser wirft sich auf den Ball, Markus Merk pfeift Freistoß für Bayern zirka 8 Meter vor dem Tor, in halblinker Angriffsposition.
In Siegen lagen der Wohnungsinhaber und ich auf dem Boden, mit dem Gesicht 50 Zentimeter vor einem großen Fernseher, aus unterschiedlichen Gründen Nägel kauend, die Spannung war greifbar. Alle verhielten sich völlig ruhig, jedes Wort wurde mit einem Psst mehr oder weniger freundlich unterbrochen.

Dann das Unfassbare. Patrick Andersson schießt, Andreas Fischer, der am Pfosten stand, zieht sein Bein ganz komisch weg und der Ball zischt in die Maschen. Marcel Reif darf rufen, "der Fc Bayern ist Meister" und "so etwas habe ich noch nie erlebt", Oliver Kahn reißt eine Eckfahne raus, Franz Beckenbauer und Gerhard Meyer-Vorfelder fallen sich um den Hals, während in Gelsenkirchen der von Fans überflutete Rasen statt Freuden-, Enttäuschungstränen in die Drainage bekommt. Dort war man aufgrund falscher Informationen 4 Minuten und 30 Sekunden von der Meisterschaft ausgegangen, bevor die Live Szenen des Freistoßes über die Leinwand liefen. Der Meister der Herzen ward geboren.

In Siegen erlebe ich wie in Trance, das mein liegender Nachbar einen Freudensprung hinlegt, bei dem sein Kopf gefährlich nah an die Zimmerdecke gerät, ein anwesender Schalke-Fan brüllt nur Scheisse, schmeißt sein Sitzgerät (hier: ein Holzstuhl) wutentbrannt hinter sich, knallt die Wohnungstür und ist weg.

Matthias Schober spielte nie wieder für Schalke, Andreas Fischer beendete seine Karriere, Markus Merk pfiff nie wieder ein Spiel des Fc Schalke 04.
Eine Woche später holten wir wenigstens den DFB-Pokal, der Fc Bayern wurde in diesem Jahr Champions League Sieger.
Und ich bekomme jedesmal wenn ich die Reportage "4 Minuten im Mai" sehe einen Kloß im Hals. Von der Aufregung und Anspannung nur vergleichbar mit dem Elfmeterschießen 1997 in Mailand.

Donnerstag, 18. Mai 2006

Panini hat die Launen

Inzwischen sind alle Spieler in allen 32 Teams der WM nominiert.
Die Reationen gerade bei den nicht nominierten Spielern fiel teilweise recht heftig aus.
Polens Torwart Dudek sprach, von einem "Aprilscherz". Kevin Kuranyi erwartet "einige schlaflose Nächte".
Ganz drastisch formulierte es Martin Demichelis, der gleich sein Dasein in Frage stellte: "Ich habe keine Lust mehr am Leben.".

Im Panini Sammelbilderwahn, dem Empi im Moment hoffnungslos erlegen ist, habe ich Jafet Soto aus Costa Rica entdeckt, der seine Ausbootung geahnt haben muss.

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Darüberhinaus aben aber auch einige Akteure keinen grossen Spass, wenn sie an die WM denken. Obwohl sie dabei sein dürfen:

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Dies ist Herr Mahdavikia vom Hamburger SV, der offensichtlich den letzten Spieltag Revue passieren lässt.

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Herr Sulley Ali Muntari aus Ghana ist doch etwas sehr verbissen im Kampf um einen Stammplatz.

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Und Herr Tymoshchuk wirkt einfach bocklos und angenervt.

(Bilder Copyright by Panini)

Sorry Sergej, Missverständnis meinerseits

Ausschnitt aus dem Interview von Sergej Barbarez mit dem Kicker:

Schon beim ersten Gespräch im Dezember haben sie mir ein Angebot offeriert, das eine Frechheit gewesen ist. Kürzung des Grundgehalts um die Hälfte auf gerade mal 50 000 Euro. Ein solches Angebot ist natürlich Unsinn.

Ich kann Sie verstehen Herr Barbarez, für 50.000 Euro im Jahr würde ich auch nicht spielen wollen.
Wie, es geht um 50.000 Euro im Monat?
Oh, ach so, äh ja, natürlich, Unsinn....

Mittwoch, 17. Mai 2006

Der moderne Traumfussball

Eigentlich war ich gerade in Bearbeitung dieses Textes, als der Assauer Rücktritt dazwischen funkte. Etwas verspätet, aber noch rechtzeitig habe ich mein Schwelgen dann doch beendet. Zum Rücktritt witer unten oder dieser Link.

Heute abend sollte es jeden Fußballfan vor den Fernseher treiben.
Ein Traumfinale steht an. Oftmals sind es die groß angekündigten Spiele, die nicht halten, was sie versprechen. In diesem Fall wird das anders sein.

Ich hatte das Glück, diese großartige Mannschaft des CF Barcelona Anfang der Saison im Bremer Weserstadion anlässlich des CL-Auftakt live zu verfolgen. Auch wenn es nicht Barcas bestes Spiel der Saison war, so konnte man sich im Gesamtüberblick daran ergötzen.
Ein atemberaubendes Tempo, egal ob mit oder ohne Ball, jeder Spieler war zu jedem Zeitpunkt anspielbereit, lief sich frei, und noch schöner, selbst in höchster Not konnte mit dem Ball etwas angefangen werden. Keine Stockfehler, ständig überraschende Ideen, zumeist (wie beim 5 gegen 2 vor Feierabendkickertrainingseinheiten) mit höchsten zwei Ballkontakten.
Bei Bremer Ballbesitz wurde jederzeit Druck auf den Gegner ausgeübt, ständiges Doppeln des Gegenspielers, ständiges Verschieben über den ganzen Platz. Man merkte einfach, das hier ein System trainiert wird, die Spieler sich völlig damit identifizieren und genau wissen, was sie zu machen haben. Dabei ist nicht wie vielerorts behauptet wird Ronaldinho der entscheidende Mann. Er ist zwar für die unmöglichen Dinge zuständig, man weiß nie was er macht, ist aber der einzige Feldspieler, der sich an der Verteidigungsarbeit nicht mit völliger Intensität beteiligt. Die entscheidenden Spieler sind Deco und Xavi. Bei letzterem ist fraglich, ob er nach Kreuzbandriß schon wieder mitspielt, aber diese beiden leiten und ordnen aus der zentralen Mittelfeldposition das gesamte Team.
Der Unterschied zwischen einer starken Bundesligamannschaft wie Werder konnte sehr genau nachvollzogen werden. Kleiner Tipp noch. Lionel Messi wurd damals eingewechselt und holte einen Elfmeter heraus. Was dieser Jungspund in einem System eingegliedert mit dem Ball anstellt. Wow.
Für weitere Fragen Hitzfeld lesen. (via Suedtribuene)

Ich könnte noch Stunden weiterschwärmen. Besser ist aber, heute abend zuzuschauen.

Rudi Assauer zurückgetreten

Laut Medienberichten ist Schalke Manager Assauer mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

In einer Aufsichtsratssitzung wurde einstimmig beschlossen, das man sich eine weitere Zusammenarbeit nicht vorstellen kann.
Als Hauptbetreiber der Absägung der schillernden, aber verdienten Figur Assauer gilt der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies. Dieser hatte den jetzt Ex-Manager schon im Rahmen der Trainerentlassung- und suche im Winter vorzeitig in den Posten des Präsidenten ab Sommer 2006 gedrängt, eine Position, die es nun wieder neu zu besetzen gilt.

Warum kommt es nun wirklich zum Rücktritt? Ist es, wie in den Kommentaren von allesaussersport vermutet wird, um von der prekären Finanzlage abzulenken?
Oder steckt hinter Assauer wirklich der Maulwurf? Zumindest diese These wird durch den beim Gespräch anwesenden Rechtsanwalt Assauers, von Assauer selber, von Clemens Tönnies und auch auf der Schalke Homepage dementiert. Wenn er es nicht war, wer dann?

Die Finanzprobleme hat Assauer faktisch nicht alleine verursacht, denn seine Vorstandskollegen Peters, Finanzvorstand Schnusenberg Manager Müller und auch Tönnies selber haben das komplette Programm der letzten Jahre mit unterstützt, vorangetrieben, bzw in den letzten Monaten an Assauer vorbei gestaltet.

Man mag über Assauer denken was man will, sein Hang zur Alleinherrschaft und Allgewalt ist unübersehbar, er darf sich auch in den Medien als Macher der Arena auf Schalke feiern lassen, Fehler hat er sicher auch zu Hauf gemacht.
Aber einen solchen Abgang hätte man ihm nicht gewünscht. In den letzten Monaten, sicher auch durch gesundheitliche Probleme, war es ruhiger um ihn geworden. Nun dann das entgültige Ende.

Ich bin persönlich gespannt, was als nächstes folgt. Die Sorgen werden nicht kleiner, das noch etwas großes im Busch ist. Von einem angeblichen Verkauf von Torwart Rost nach England wurde gesprochen, die Untersuchung der Staatsanwaltschaft Essen läuft weiter, die persönlichen Darlehen von Tönnies, Beul und auch Assauer sind bestätigt.
Alles keine guten Vorzeichen, eine ruhige Sommerpause zu erleben.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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