Dienstag, 16. Mai 2006

Der Tag danach

24 Stunden des Überlegens, Informierens und Diskutierens liegen jetzt hinter mir.
Es wird Zeit, den Kader mit Abstand zu betrachten und Bäckermeister Klinsmann seine Nominierung vor den Koffer zu knallen.
Allerdings nicht nur rein subjetiv, sondern ich nehme seine eigenen Kriterien wie
Spielpraxis
aktuelle Form
Loyalität

mit ins Boot.

Fangen wir im Tor an:

Wer spielt, Lehmann oder Kahn ist im Prinzip völlig gleichgültig. Beide sind auf einem Niveau, nur Nuancen voneinander getrennt.

Das Timo Hildebrand ohne Zweikampf die Nummer 3 wurde, hab ich gestern schon mal kritisiert. Denn Sinn macht das nur, wenn er nach der WM und dem zu erwartenden Rücktritt der beiden erstgenannten zur Nummer 1 aufsteigt. Das er die Klasse dazu hat, steht ausser Frage, auch wenn die Herren Weidenfeller und Enke eine bessere Saison spielten. Von Rost ganz zu schweigen, aber der hat schon das gewisse Alter.

Die Abwehr:

Mertesacker, Lahm, Janssen sind für den Kader nach Klinsmanns Kriterien gesetzt.

Härtefall ist Arne Friedrich;Owomoyela. Beide haben den identischen Schnitt, der Bremer mehr CL-Einsätze dieses Jahr, der Berliner mehr Länderspiele. Ich denke, das geht in Ordnung so wie es ist.

Huth hat 11 Spiele in der Premier League gemacht. Von 38 möglichen. Also Punkt Spielpraxis nicht erfüllt. Ich kann mich noch an ein Spiel von Chelsea erinnern mit Huth in der Anfangsformation, das war grauenhaft. Tor verschuldet, ein Stockfehler nach dem anderen, Antizipation mißerabel, was kein Wunder ist, wenn man nie spielt. In den Länderspielen seit dem ConFedCup konnte er ebenfalls nicht überzeugen. Irgendwas findet Klinsmann an dem, ich übersehe das offensichtlich.

Metzelder hat 23 BL-Spiele gemacht, von denen 19 im Kicker benotet wurden. Schnitt: 3,97!
Punkt Spielpraxis bedingt, Punkt Form nicht erfüllt. Zudem ist er momentan noch verletzt und keiner weiß, ob er wirklich hundertprozentig fit wird. Keine Seltenheit bei ihm, wurde er doch seit 2002 dauerhaft von der Krankenkasse entlohnt.
Ich habe mal aus Jux seinen Teamkollegen Brzenska mit ihm verglichen, der hat genauso viele benotete Spiele mit einem Schnitt von 3,55!
Manuel Friedrich hat 33 Spiele gemacht und einen Schnitt von 3,48. Den hätte man ruhig mal nomonieren können.

Wörns ist außer Reichweite, aber da fehlte es ja an Loyalität laut Klinsmann. Was für Wörns gilt, gilt für Nowotny noch lange nicht, aber das Thema hatten wir schon. Der Ex-Leverkusener hat den besten Notenschnitt der Abwehr, mit 2,92, aber auch nur 12 benotete Spiele gemacht, alle in der Rückrunde.
Was will Klinsmann rein sportlich gesehen eigentlich von Nowotny? Als Anleiter für die jungen Wilden? Als erfahrener Pol, der zeigt wo es lang geht? Als Führer der Abwehr?
Dafür muss er ihn zum Stammspieler machen. Doch kann es das sein? Nowotny hat im Prinzip 2 Jahre verletzt gefehlt, nie mit der Mannschaft in der heutigen Konstellation ein Spiel bestritten. Die noch anstehenden Testspiele können nicht als Maßstab genommen werden, selbst Klinsmann sagt das. Dabei liegt die Hauptarbeit darin, der jungen Abwehr den letzten Schliff zu geben. Das Einbauen von Nowotny bedeutet, wieder bei Null beginnen zu müssen. Einen Spieler zu haben, der nicht eingespielt ist und sowieso nur auf der Bank hockt, dafür braucht man nicht einen 32-jährigen Halbinvaliden zu holen.

Das Mittelfeld:

Nach der Klinsmann-Skala gesetzt und zurecht auch:
Schneider, Ballack, Schweinsteiger, Frings, Borowski.

Kehl hat eine gute Saison gespielt, ist im Moment verletzt, was problematisch werden könnte. Er ist aber schon insofern als ein Muss anzusehen, als das er der einzige wirkliche Sechser im Team ist. Weder Frings, der in der Nationalelf dort spielt noch Borowski oder Schneider spielen in ihren Vereinen vor der Abwehr. Das spricht eindeutig für den Lüdenscheider.

Hitzlsperger versteh ich immer noch nicht. Gegenüber Ernst hat er den gleichen Notenschnitt (3,79), bei beiden übrigens eher mies, im letzten Jahr war Ernst überragender Bundesligaspieler, in der Nationalelf auf dem Weg zur Stammkraft, während Hitlsperger bei Aston Villa durchs englische Mittelfeld schlich. Von der gerade abgelaufenen Saison reden beide unisono eher schlecht. Der Stuttgarter war noch nicht einmal Stammspieler über die ganze Saison, Ernst hatte international CL und UEFA-Cup Einsätze. Warum also einen Mann rausschmeissen, der über Jahre dabei ist, gegenüber jemandem, der nicht besser ist?
Man könnte es mit der Taktik erklären. In der Raute fehlt der linke Mann. Bei Bremen spielt da Borowski, bei Bayern schon mal Schweinsteiger, Ernst bei Schalke ab und an, es kommt nicht auf den Schussfuß an. Die Zeiten sind vorbei. Außerdem hat man einen Janssen, der dynamischer ist, torgefährlicher und vielseitiger. Auch die Variante Hitzlsperger links hinten taugt nicht. Bei der Nationalelf kläglich gescheitert, bei seinem Verein nie gespielt. Und da ist ja auch noch Janssen. Sinnmacht es wirklich nur, wenn Lahm auf rechts gezogen würde, aber selbst dann könnte man innerhalb des Teams wieder umstellen. Ernst ist somit vielseitiger einsetzbar als der Stuttgarter. In der Raute auf drei Positionen, bei einer Kette zentral und rechts.

Der Sturm:

Podolski, aufgrund seines Talents (nicht seiner Saison, die war eher schlecht, Schnitt 3,83), Klose weil er einfach der beste war, Neuville (!) weil er von den anderen Kandidaten die beste Serie gespielt hat mit 10 Toren/10 Assists und meinetwegen auch noch Asamoah, der nicht gut war, aber immer dazu gehörte, sind berechtigt dabei.

Danach wird es haarig.
Odonkor hat etwas einmaliges, seine Geschwindigkeit, die er aber auch nur dann einsetzen kann, wenns ans Kontern geht. Da kann man aber auch Neuville oder Asamoah bringen, die ebenfalls zu den besseren Konterstürmern gehören. Dazu kommt, das von Odonkor keinerlei Torgefahr ausgeht (1Tor/5Assists 2005/06). Für eine andere Position als Rechtsaussen kommt der Lüdenscheider wiederum gar nicht in Frage, sodaß die Geschwindigkeit ihn einzig prädestiniert, Nationalspieler zu sein. Meines Erachtens eine etwas geringe Bewerbungsmappe. Er wird der U-21 bei der EM völlig unnötig fehlen. Eine WM darf nicht zum Reinschnuppern mißbraucht werden, wenn es andere Betätigungsfelder gibt.

Mike Hanke hat, man höre und staune, die schlechteste Saison aller Kadermitglieder gespielt. Laut Kicker hat er nur 26 benotete Spiele, mit einem Schnitt von 4,08!!! Die Bilanz lautet 8 Tore und 3 Assists. Ferner ist er in den letzten Wochen bei Wolfsburg genau das gewesen, was er auf Schalke über Jahre war. Joker. Das er die ersten beiden Spiele gesperrt ist, brauch ich wohl nicht noch einmal zu sagen.
Kevin Kuranyi hat ebenfalls einen schlechten Schnitt von 4,00, dabei wenigstens 10 Tore makiert und ebenfalls 3 Assists gegeben. Im Gegensatz zu Hanke hat er noch CL gespielt und das gar nicht schlecht. 6 Spiele, 2 Tore, Schnitt 3,50. Dazu 5 UEFA-Cup Spiele mit einem Tor.
Und, er wäre spielberechtigt, er gehört seit Jahren zum Kader der Nationalelf, er war nicht schlechter als Hanke, er hat internationale Spiele gehabt, er war immer Stammspieler, er wäre der einzige, der Klose in den ersten beiden Spielen als Kopfball starker Spieler ersetzen kann, was gerade in der Gruppenphase gegen sicher defensive Teams ungemein vorteilhaft sein kann.

Außerdem hat Klinsmann nach dem USA Spiel gesagt, Kuranyi brauche sich trotz Nichtnominierung keine Sorgen machen, er gehöre weiter zum Stamm!
Genau das wirft im übrigen Christian Wörns dem Bundesteamchef vor! Unehrlichkeit.
Seine Nominierungskriterien hat er nicht nur in diesem Fall nicht verwandt.

Montag, 15. Mai 2006

Die Klinsmännische Nominierungsgeschichte

Ich muss gestehen, das ich zum ersten Mal die Nominierung einer Fußballmannschaft Live im Fernsehen verfolgt habe.
In diesem speziellen Fall die der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Auf dem Podium die Herren Stenger (DFB-Pressechef), Löw (Bundestrainer), Bierhoff (Manager), Köpke (BTT) und schließlich Jürgen Klinsmann (Bäckerssohn).
Ort: Berlin bei Mercedes-Benz, was natürlich sofort erwähnt wird.
Dann die Überraschung: es wurde ein Film gezeigt, in dem die Spieler vorgestellt wurden.

Und hier der aktuelle Kader:

Tor:
Jens Lehmann (Arsenal London), der Gewinner des größten Streits um eine Postenbesetzung seit Jahrhunderten.
Oliver Kahn (Bayern München), der Verlierer des größten Streits um eine Postenbesetzung seit Jahrhunderten.
Timo Hildebrandt (VfB Stuttgart), WM-Tourist.

Abwehr:
Per Mertesacker (Hannover 96), groß, jung, seit neuestem Torgefährlich und der designierte Abwehrchef.
Robert Huth (FC Chelsea), groß, jung, soll Michael Ballack an seinen neuen Klub gewöhnen. Kann aber über Laufwege und Systeme von Chelsea nicht viel sagen. Spielt nämlich nie. Vize-Abwehrchef.
Phillip Lahm (Bayern München), klein, jung, Rechtsfuß für die linke Abwehrseite.
Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), schnell, mittelalt, Rechtsfuß für die rechte Abwehrseite. Kann auch zentral spielen.
Christoph Metzelder (Rot-Weiss Lüdenscheid), groß, mittelalt. körperlich steinalt. Innenverteidiger. Seit 4 Jahren verletzt oder auf der Ersatzbank. Im Moment auch wieder angeschlagen.
Marcel Janssen (Borussia Mönchengladbach), groß, jung, Linksfuß für die komplette linke Seite.
Jens Nowotny (Arschloch), alt, körperlich gebrochen, braucht keine Sau.

Mittelfeld:
Michael Ballack (Bayern München), der Kopf, das Hirn, das Vorbild, der Lenker, kurzum unser aller Kapitän. Blöd, das er so schnöselig wirkt.
Torsten Frings (Werder Bremen), in der Raute flexibel, beim Bäcker defensiv eingesetzt. Soll Löcher schließen und Bindeglied sein.
Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), der alte Allrounder, technisch immer noch einer der besten. Bitte nie wieder auf die linke Abwehrseite stellen, Robben lässt grüßen.
Bastian Schweinsteiger (Bayern München), bester Freund von Poldi.
Tim Borowski (Werder Bremen), spielte eine glänzende Saison. Ersatz für das Hirn.
Sebastian Kehl (Rot-Weiß Lüdenscheid) verletzt.
Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), WM-Tourist.

Sturm:
Lukas Podolski (1.Fc Köln), bester Freund von Schweini.
Miroslav Klose (Werder Bremen), bester Stürmer der Saison. Hoffentlich findet ihn das Hirn häufig, dann schiessen wir auch Tore.
Gerald Asamoah (Schalke 04) Kampfbüffel, aber kein begnadeter Stürmer. Muss man andere Aufgaben geben, als aufs Tor zu feuern.
Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach), vierter Stürmer.
Mike Hanke (VfL Wolfsburg), fünfter Stürmer, am Anfang gesperrt.
David Odonkor (Rot-Weiss Lüdenscheid), die Überraschung schlechthin.

Was ist denn hier los? Machen wir den Engländern was nach? Odonkor ist wie Walcott! Kein einziges Länderspiel! Klinsmann rechtfertigt auch sofort seine Nominierung mit Argumenten wie Schnelligkeit und Flankenstärke. Außerdem ist die Verletzung Deislers ein Grund für die Nominierung.
Außerdem nicht dabei Ernst, Kuranyi und Owomoyela. Das kann man aus Leistungsgründen bei Kuranyi und Ernst völlig verstehen, wenn adäquater, besserer Ersatz da wäre, aber warum dann ein Hitzlsperger nominiert wird, versteh ich nicht. Der war auch nicht besser. Und wenn man ehrlich ist, auch Hanke ist nicht gut drauf seit Monaten. Wolfsburg ist fast abgestiegen, Hanke war verletzt, hat auch nicht mehr Tore geschossen als Kuranyi.

Die Nominierung von Nowotny deutete sich bereits mehr als an. Nachvollziehbar ist sie unter rein sportlichen Gesichtspunkten so grade noch, unter menschlichen nicht. Da war Wörns wesentlich menschlicher vor seiner (berechtigten) Ausbootung.
Bemerkenswert vielleicht die Tatsache, das Timo Hildebrandt nie einen wirklichen Kampf um die Position des WM-Touristen führen musste. Warum eigenlich nicht?

Insgesamt bleibt der Eindruck, das Klinsmann sich angreifbar macht. Angeschlagene Spieler (Kehl, Hanke, Metzelder), Spieler, die keine Stammspieler sind (Huth, Metzelder, Hanke zuletzt, Hitzlsperger, Schweinsteiger) werden nominiert.
Spieler die seit Jahren nicht dabei waren oder noch nie (Nowotny, Odonkor) werden nominiert. Gestandene Spieler (Kuranyi, Ernst), die in ihren Vereinen zwar nicht glänzten, aber immerhin spielten, werden nicht nominiert. Eine fragwürdige Entscheidung wie ich finde.
Aber sich angreifbar zu machen, hat Klinsmann ja noch nie gestört.

Infos an Herrn Markwort?

Oh je Stumpen-Rudi.
Muss ich mir doch erstmalig den Focus kaufen, um zu erfahren, was eigentich mal wieder angesagt ist?
Ihr seid auch nicht größer als der Verein. Merkt euch das doch endlich mal.

Samstag, 13. Mai 2006

Die Saison 2005/2006 im (rein subjektiven) Rückblick

Die Weltmeisterschaftssaison hatte ich mir etwas anders vorgestellt.
Nicht nur was die Schalker Plazierung angeht.
Der Reihe nach.

Schalke 04

Die Saison verlief eher durch - bis unterdurchschnittlich.
International kann eine ansprechende CL-Vorrunde (minus in Eindhoven) und das Erreichen des UEFA-Pokalhalbfinales nicht über schwache Leistungen in letzteren Spielen hinwegtrösten.
Mit normaler Form aller Spieler wäre nämlich definitiv der Cupgewinn dringewesen, andererseits ist man aber immer noch bester Bundesligaklub seit Jahren gewesen.
Also dafür unterm Strich Daumen hoch.

Das Abschneiden in der Liga ist allerdings inakzeptabel. Die Leistungen waren über 33 von 34 Spielen absolut schablonenhaft. Einzige Ausnahme das starke Offensivspiel beim 7:4 gegen Leverkusen. Ansonsten null Tempo in den Kombinationen nach vorne. Hatte die Mannschaft den Ball erkämpft, wurde er einerseits zulange gehalten, andererseits fehlte oftmals die Bewegung der Mitspieler und so blieb häufig nur der Sicherheitspass. Die Ausnahme war letztes Jahr ein Spieler mit Namen Lincoln, der aber dieses Jahr als Synonym gelten darf. War der zweite Platz vergangene Saison fast ausschließlich seinen individuellen Fähigkeiten geschuldet, so hat er dieses Jahr die professionelle Harmlosigkeit entdeckt.
Auch fehlte oftmals die Leidenschaft und der letzte Biss das Spiel zu gewinnen. Ein Problem, das sich über die letzten Jahre rettet. Insofern ist es fraglich, immer die Trainer zu schmeissen, denn unter Neubarth ansatzweise, ab Heynckes immer schlich sich diese Langsamkeit und Gleichgültigkeit im Spiel ein.
Dazu kommt gegen Ende der Saison aufkeimende Sorge um die Finanzierung und Liquidität des Vereins auf. Außerdem liegt angeblich ein Ermittlungsverfahren gegen Vorstand Josef Schnusenberg wegen Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung vor. Dies wird zwar von Schalker Seite dementiert, aber ein fader Beigeschmack bleibt.
Am heutigen letzten Spieltag noch einmal etwas für die Tränendrüse eines jeden Fans, die Verabschiedung altgedienter Kräfte und echter Schalker, nämlich Ebbe Sand, Thomas Waldoch und Marco van Hoogdalem.
Schön das Sand und Waldoch noch einmal ein Tor gelang.

Der Meister

Die Bayern haben es wieder mal geschafft. Doch so wie diesmal hat sich der Rekordmeister selten durch eine Saison gemogelt. Gute Spiele waren eher selten, mehr lag es an der Schwäche der Konkurrenz, das die Münchener mehr oder weniger ungefährdet den Titel holten. Spannung durch die permanenten Fragen nach Verfolgern und dem künstlichen Aufbau des HSV als solchen bei 6 Punkten Rückstand 3 Spiele vor Schluss kam mehr von journalistischer Seite.
Ansonsten beschäftigte man sich in München lieber mit Nationaltorhütern, dem Weggang oder nicht von Michael Ballack und dem Abschneiden in der Cl, was unwürdig des Anspruches war und den Finanzproblemen der Löwen.

Die Mannschaft der Saison

Vom Erreichten gemessen an den Ansprüchen muss der HSV zunächst genannt werden. Den Lohn ihrer vorzüglichen Arbeit (Doll/Beiersdorfer) konnte man schon relativ zeitig sichern. Nämlich Platz drei und damit die CL-Quali-Spiele erreicht zu haben. Das es am Ende trotz bester Ausgangsposition nicht zu Platz 2 reichte, ist bitter, trotzdem ist das Erreichte aller Ehren wert. Man kann in der Hansestadt hoffen, das Spieler wie van Buyten, Boularouhz und van der Vaart dem Verein noch länger erhalten bleiben. Ein starkes Gerüst. Und man sollte sich dazu durchringen Barbarez nochmal einen Vertrag zu geben. Eine starke, vorallem konstante Saison des Bosniers.

Auch Nürnberg in der Rückrunde mit Trainerfuchs Hans Meyer und Platz 8 am Ende darf zu den Gewinnern gezählt werden, Bremen bewies einmal mehr, das personeller Aderlass nicht gleich Qualitätsnachlass sein muss.

Der Spieler der Saison

Jemand anderen als Miroslav Klose darf man nicht nennen. 25 Tore und 16 Vorlagen sprechen für sich. Die Hoffnung ist groß das Klose bei der WM in ähnlicher Verfassung ist und die Nationalelf weit im Turnier schießt. Allerdings darf nicht vergessen werden, das Werders System und die Spielweise mit purer Offensive und schnellen Ballstafetten in der Nationalelf so nicht stattfindet. Besonders Micoud und Borowski werden ihm da fehlen. Letzterer weil er keinen Stammplatz hat.

Die Absteiger

Duisburg fiel nur durch Trainer Meiers Kopfstoss und die Posse um seinen Nachfolger Kohler auf. Ansonsten außer Torwart Koch nicht viel Bundesligareife. Vor allem der Vorstand und da speziell Präsident Hellmich sollte sich sehr hinterfragen, ob es noch zeitgemäß ist, alles alleine zu machen.

Köln hatte Probleme mit dem Systemfußball Rapolders, der mit seinem Star Podolski, der dann mit sich selbst. Daneben standen einige personelle Fehlbesetzungen (Grammozis, Rahn, Weiser, Szabisc usw), persönliche Aussetzer wie von Alpay, und eine ewige lange Serie ohne Sieg. (weiß es nicht mehr genau, 17Spiele oder so?) Zum Winter wurde dann Manager Rettig durch Michael Meier und Trainer Rapolder durch Hans-Peter Latour ersetzt. Der konnte die Negativserie zunächst nicht stoppen, gegen Ende fing sich der Fc und konnte gute Leistungen abliefern, hatte aber auch teilweise einfach Pech wie bei der Niederlage gegen Hamburg.
Unterm Strich bleibt wieder mal Abstieg und die Erkenntnis, das das durchaus vorhandene Potential nicht abgerufen werden konnte. Warum auch immer.

Als drittes hat es dann heute Lautern erwischt. Ich hätte es durchaus Wolfsburg noch mehr gegönnt, aber mit den Pfälzern kann ich ebenfalls sehr gut leben.
Jetzt droht dem Klub ein ganz bitterer Weg. Vorstand Jäggi, der zu Saisonbeginn mit Trainer Henke erneut ins Klo griff und dies mit Wolfgang Wolf gut korrigierte wird wie angekündigt von Bord gehen. Die Mannschaft verliert ihren besten Torschützen Halil Altintop nach Schalke, der die Mannschaft fast im Alleingang zum Klassenerhalt geschossen hätte (20 Treffer).
Jetzt muss Trainer Wolf mit seinen Jungspunden versuchen, den Wiederaufstieg zu schaffen, was angesichts fehlendem Geld und damit ohne nennenswerte Neuzugänge nahezu unmöglich erscheint.
Angeblich hat er im Sport-Studio auch schon gesagt, das er unter den gegebenen Umständen nicht zur Verfügung steht. (Angeblich, weils mir nur telefonisch übermittelt wurde)

Die Arschlöcher der Saison

Sind eindeutig die Spieler, die Vereine dazu benutzen, finanziell abzusahnen, zu verklagen und das Söldnertum damit auf eine neue Ebene zu heben. Solche Leute braucht keine Mannschaft und keine Liga der Welt.
Namentlich Jens Nowotny (noch-Bayer 04), Daniel Ljuboja (noch VfB), Christian Poulsen (noch S04) und mit Abstrichen Michael Ballack (noch Fc Bayern).


Der Rest

Bei Gladbach überwiegt der Ärger um Trainer Köppel, von dem nicht sicher ist, ob er bleiben darf, obwohl die Borussia zum ersten Mal ohne Abstiegssorgen daherkam. Aus der Ferne ist diese Diskussion für mich nicht verständlich. Vielmehr als Platz 10 ist mit dem vorhandenen Personal doch sowieso nicht drin. Dazu kommen Hoffnungsträger wie Polanski und Janssen, die er maßgeblich fördert.
Leverkusen schaffte es mit einer beeindruckenden Rückserie noch in den UEFA-Pokal, konnte damit die ganzen Negativschlagzeilen um Calmund, Spielschiebungen und um Nowotny aber nur teilweise überdecken. Schade das mit Berbatov (21 Tore) der beste Spieler nach England geht.
Wolfsburg rettete eine völlig verkorkste Saison mit viel Glück am letzten Spieltag. Hier zeigt sich wieder, das ein Trainerwechsel nicht immer Sinn macht. Denn unter Fach stand Wolfsburg nicht gut, aber bei weitem nicht so schlecht wie unter Augenthaler. Hoffentlich zieht sich VW zurück und der Verein inklusive der wenigen, stimmungsarmen Fans verschwindet nächstes Jahr von der Bildfläche 1.Liga.
Das gleiche Phänomen des Trainerwechsels erlebte Hannover 96. Der Wechsel von Lienen (Auszeichnung für die beste Co-Kommentierung der Saison im CL-Spiel Villareal-Arsenal) auf Neururer brachte nur kurzzeitig Erfolg und am Ende steht die Mannschaft irgendwie als typisch graue Maus im gesicherten Mittelfeld.
Ebenso Stuttgart, die sich von Trainer Ikone Trapattoni trennten und gleich auch die Ansprüche des internationalen Geschäfts zurückschrauben mussten. Völlig überzogen dies, ein roter Faden an Erwartungen, der sich durch 2/3 der Liga zieht.
Mainz, Bielefeld und Frankfurt schafften mehr oder weniger überraschend und mehr oder weniger deutlich den Klassenerhalt. Dazu erreichte die Eintracht das Pokalfinale und darf im UEFA-Pokal spielen. Ein toller Erfolg und die Arbeit von Bruchhagen und Funkel ist endlich einmal was seriöses aus dem Hessenland. Bielefeld bewies, das nicht nur Rapolder der Erfolgtrainer ist, sondern der schon immer eng mit ihm zusammenarbeitende von Heesen seine Arbeit nahtlos fortsetzte. Respekt. Ebenso vor Mainz, die der verrückte, bunte Haufen der Liga sind und bleiben. Zu hoffen ist, das Klopp und Heidel auch den Abgang von da Silva verkraften werden und das Manuel Friedrich irgendwann den Sprung in die Nationalelf schafft. Klasse auch die Saison von Michael Thurk mit 12 Toren.

Unterm Strich bleibt eine Bundesligasaison auf extrem niedrigem Niveau.
Die Befürchtung liegt nahe, das das in den nächsten Jahren nicht besser wird. Die stärksten Spieler gehen regelmäßig ins Ausland oder zu den Bayern, so das auf lange Sicht nur Bremen ernsthaft mithalten kann.
Leider nur durch finanzielle Zwänge setzen die Vereine verstärkt auf die Jugend, was hoffen läßt, das die Liga und natürlich auch die Nationalelf in ein paar Jahren davon profitieren wird. Das Produkt Liga an sich ist im Moment auf dem Siedepunkt des medialen und Faninteresses angekommen, also ihr Vereine, werdet dem endlich gerecht und bietet wieder besseren und ehrlichen Sport.

Nedved, Koller und Co auf dem heimischen Rollfeld

Das Siegerland läuft Amok.
Geht das erste fußballerische Highlight für die selbsternannte "Provinz voll Leben" morgen mit dem Zweitligaabstieg der heimischen Sportfreunde zuende, so steht der nächste Leckerbissen für den Kreis Siegen-Wittgenstein schon bevor.
Die ansässige Lokalzeitschrift spricht von einem "einmaligen Coup", alle Fußballfans aufgepasst.
Die tschechische Fußballnationalmannschaft wird für die Anreise in ihr Mannschaftsquartier auf dem Siegerland-Flughafen landen. Und nicht nur das, zum letzten Gruppenspiel in Hamburg wird man sogar von dort starten.
Geradezu phänomenal.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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