Dienstag, 14. November 2006

Possen in der zweiten Liga

Hach, die zweite Liga bietet doch immer wieder schönen Stoff zum amüsieren. Ne, ne, ich werde mich jetzt nicht auch noch über den Eff Ceh auslassen, die Posse wird bei Stefan zur Genüge begleitet.

Ich freue mich augenblicklich über Djurad Vasic und Eintracht Braunschweig. Vor einem Monat wurde Trainer Krüger entlassen, aus der Distanz nachvollziehbar, die Mannschaft spielte schaurig und verlor häufiger als erwünscht. Daraufhin holte der Präsident Glogowski, ein ehemaliger Politiker, Djurad Vasic als neuen Trainer. Dieser hatte beim SV Wehen erheblichen Erfolg in der Regionalliga und ward glücklich und zufrieden:
"Dies ist eine einmalige Chance, und ich hätte es bereut, sie nicht ergriffen zu haben. Braunschweig hat mir das Gefühl gegeben, dass sich mich unbedingt wollten".
Und wie das so ist, nach Trainerwechseln wird alles erstmal anders. So auch in Braunschweig, die Mannschaft spielte fortan noch schlechter und rutschte in der Tabelle ganz unten rein. Schon nach zwei Wochen hatte der für "kontinuierliche Arbeit" (Glogowski) stehende Trainer die Nase gestrichen voll. Er zog über seine Spieler her, die spielten noch schlechter, inzwischen ist man Letzter und nach vier Wochen ist in Braunschweig nichts mehr wie es mal war. Heute sind sämtliche Würdenträger, namentlich Vasic, Glogowski und der Manager Dockter entlassen oder entmachtet worden. Da ziehen mal wieder alle Institutionen an einem Strang...

Ich finde das auch unter dem Aspekt spannend, das Braunschweig für mich, ähnlich wie der 1.Fc Saarbrücken, Kickers Offenbach und mit Abstrichen Rot-Weiß Essen zu den Vereinen zählt, die in schöner Regelmäßigkeit einen 3-Jahres Plan aufstellen. In dem geht es um den sofortigen Aufstieg in Liga zwei, die Konsolidierung und dann den Weitermarsch in Liga eins. Und in schöner Regelmäßigkeit steigen diese Vereine nach spätestens 2 Jahren wieder in die Regionalliga ab, tauschen ihre Trainer, tauschen ihr Präsidium, aber sportliche Intelligenz und wirtschaftliche Kompetenz, wahlweise auch umgekehrt, das ertauschen sie sich nie.

Schlusswort an Djurad Vasic: Der SV Wehen ist immer noch Regionalligatabellenführer und hat immer noch keinen Nachfolger für Vasic verpflichtet...

Samstag, 11. November 2006

Objektiv bleiben und Ruhe geben

Oh, die armen Personen vom Fernsehen. Ob sie Welke, Simon oder Lierhaus heißen. Sie benutzen Worte wie "kindisch", "armselig", "lächerlich" und meinen den momentanen Presseboykott der Schalker Profis. Wenn sich Herr Welke hinstellt und dem Trainer mitteilt, das sich die Spieler doch äußern können, um die Geschichte mit Varela geradezurücken, dann frage ich mich ebenso wie der schon vom gleichen Moderator zweimal (!!) zu diesem Thema befragte Trainer, in welchem Film wir leben. Der Trainer hat diese Frage nach dem 4:0 Sieg über Mainz bereits mehrfach beantwortet, zudem haben wir 7 Punkte aus 3 Spielen geholt und dies gilt es zu besprechen.

Fragt mal nach bei den Herren Wenzel, Weber und diesen ganzen idiotischen Schreiberlingen von der B...-Zeitung besonders im Revier. Die berichten seit Wochen über nichts anderes als Gruppenbildung, Gezänk, Anti-Trainer Geschichten usw.
Kuranyi und Co werden niedergeschrieben das es nur so rauscht. Das die Außendarstellung der Herren Slomka und Müller nicht die Beste ist, das weiß ich auch, aber einer Mannschaft, die nach dieser Woche auf Platz 2 oder 3 steht, maximal einen Punkt hinter dem Tabellenführer, die sollte man auch mal in Ruhe lassen.
Wenn man bemängelt, das keine Ruhe bei Schalke herrscht, warum haut man dann Freitags eine Story über Herrn Boltersdorf raus? Mit der Überschrift: Stellt er die Mannschaft auf? Völlig überflüssiger, rhetorischer Scheiss, der von "seriösen" Medien auch noch aufgegriffen wird.

Als Beispiel dient mir ebenfalls diese unsägliche Varela-Jubelgeschichte. Ich habe selten einen solchen Schwachsinn über einen einzigen Ausbruch an Freude gelesen wie darüber. Jede Zeitung schlägt in die gleiche Kerbe, Affront gegen den Trainer usw.
Das die Zeit besteht, sich tagelang mit nichts anderem zu beschäftigen, noch dazu völlig undifferenziert, finde ich herausragend und zeigt, welch armselige Presse- und Medienlandschaft in Deutschland mitunter vorherrscht.

Einzig beim indirekten Freistoß las ich einen Kommentar, der meine Meinung im Ansatz wiederspiegelt und der offensichtlich nicht von persönlicher Abneigung oder aufmerksamkeitssuchenden Schlagzeilen getrieben wurde und die Scheuklappen zugunsten der Realität ablegt:
Doch was an dieser Debatte über den angeblich vielsagenden Jubel unverständlich ist: Erstens handelte es sich, gemäß den TV-Bildern, nur um den Torschützen, einen zweiten Spieler und ein paar Umstehende, die sich um Rost versammelten – von einer Solidaritätsbekundung der „ganzen Mannschaft“ kann keine Rede sein. Zweitens ist es doch unüblich, nach dem Tor seinem Trainer an den Hals zu springen. Das würde sich mancher Trainer sogar verbitten. Drittens muß man dem Torjubel von Fußballern nicht unbedingt so viel Bedeutung beimessen, sondern ihn als das betrachten, was es ist: der Ausbruch von Adrenalin.
(via indirekter Freistoss)

Konterfußball

Heute hat Schalke wirklich guten Konterfußball gespielt. So gut, das selbst Kevin Kuranyi seine Chancen nutzen musste. Mit zwei Ballkontakten von hinten nach vorne. Fast hätte man Bremer Verhältnisse erreicht, mit ein bißchen mehr Konsequenz wäre ein 6 oder 7:0 ebenso verdient gewesen.
Und im zweiten Spiel hintereinander hat man erneut keine einzige Torchance (der Kopfball Diakite nach einer Standard war doch eine) zugelassen. Soweit bin ich doch schon wieder positiver gestimmt.
(Übrigens hat der Schalker Stürmer Kuranyi den Schalker Trainer Slomka nach dem ersten Tor mit beiden Händen abgeklatscht. Wollte er ihn vielleicht eher niederschlagen lieber Boulevard?)

Was aber ist mit Mainz los? Das war anders als bei Gladbach nicht die zweite Defensive, da standen Nationalspieler wie Noveski und Friedrich Spalier für die überfallartigen Konter der Schalker.
Das, was die Mainzer in den letzten Jahren stark gemacht hat, nämlich das konsequente Doppeln des ballführenden Gegners, war heute und gegen Werder (das andere Spiel von Mainz was ich gesehen habe) überhaupt nicht zu sehen.
Vielleicht macht sich bemerkbar, das in dieser Saison mehr als zwei Spieler der Stammelf ausgetauscht werden mussten. Ich hoffe trotzdem, das Klopp und Co den Weg finden, um die Klasse zu halten.

Miese Plätze? Miese Laune!

Wer entscheidet eigentlich, wann Rasenplätze bespielbar sind oder nicht? Man kann ja wirklich nicht behaupten, das das Wetter bislang unterirdisch gewesen sei.
Trotzdem ist dieser Samstag schon der dritte (!!) Spieltag, der in der Kreisklasse Kiel ausfällt. Klar, es regnet seit gestern abend immer mal wieder, aber deswegen gleich alle Plätze sperren? Das geht mir zunehmend auf die Nerven. Beim kleinsten Tropfen vom Himmel fallen die Stadtoberen in Ohnmacht, geistige Umnachtung oder sonstwas.
Diese Platzsperrerei wird zur Folge haben, das wir bis Mitte April kein einziges Spiel mehr haben, weil es nicht aufhören wird immer mal wieder zu regnen oder zu schneien. Und ab Mitte April wieder drei pro Woche.
Das sind die einzigen Momente, in denen ich mir einen Aschenplatz zurückwünsche, die sind jetzt auch nicht in geilem Zustand (sind sie das je?), aber man darf wenigstens seinem Hobby nachgehen.
Um die Form nicht gänzlich zu verlieren und mal zu testen, ob die Adduktorenverletzung nach Belastung nicht zurückkehrt, muss ich das Schlimmste machen, was sportlich nach schwimmen passieren kann. Ich muss joggen...
Wehe, wenn jetzt auch noch Schalke verliert, dann schließ ich mich am Besten bis Montag ein.

Freitag, 10. November 2006

Das erste Drittel

Die Saison ist nun genau 1/3 ihrer effektiven Laufzeit alt und es fällt auf, das nur wenige Teams in Aussendarstellung und Tabellenplatz eine positive Figur abgeben. Woran liegt das? Sind es veränderte Medienlandschaften, hochtrabende Saisonziele oder Funktionäre, die ihr Ego nicht im Griff haben? Ein Überblick.

Alles in Butter:

Werder Bremen spielt den schönsten Fußball, ist auch mal effizient wenn es sein muss und die Herren Schaaf, Allofs und Born sind über jeden Zweifel erhaben.
Der VfB Stuttgart ist die Überraschungsmannschaft der Saison, junge Wilde sind zurück, die alte Garde murrt nicht und die Abfuhr für Aufsichtsrat Hundt wird als positiv angesehen.
Der VfL Wolfsburg spielt zwar einen katastrophalen Fußball, aber man hat sich in die obere Tabellenhälfte manövriert. Und seit Strunz/Fach nicht mehr da sind, ist es auch ruhig geworden.
Eintracht Frankfurt ist im UEFA-Cup in der Gruppenphase, hat erst ein Liga-Spiel verloren und steht dank der Herren Bruchhagen und Funkel inzwischen für einen zwar biederen, aber doch hart arbeitenden Klub ohne Spinnereien. Nicht das schlechteste Image...
Der Tabellenplatz von Energie Cottbus verändert sich langsam in Richtung untere Regionen, die Punktzahl 15 hätte ihnen keiner zugetraut, auch hier Daumen hoch.

Mittelmaß wo man hinschaut:

1. Fc Nürnberg. Gut gestartet, dann lange Unentschieden, jetzt zwei Niederlagen in Serie, macht Durchschnitt pur. Sicher weniger als man sich vorgestellt hatte. Zudem finde ich Trainer Meyer meistens erfrischend, aber Worte wie "erschiessen" finde ich völlig unangemessen und überspannen den Bogen zu sehr. Daher nur Mittelmaß.

Sieben der 18 Klubs kämpfen nicht an der einen oder anderen Ecke mit der kleineren oder größeren Krise. Die restlichen fast 2/3 haben alle ihre Wehwehchen.

Sportlich gut, trotzdem Dramen:

Passt so richtig nur zu Arminia Bielefeld. Platz 6 ist sicherlich über dem Strich, aber ständige Anfeindungen zwischen Saftig, von Heesen und vorallem Präsident Schwick überwiegen bei mir. Der Vertrag mit dem Trainer gehört verlängert. Punkt.
Ich habe Alemannia Aachen mit aufgenommen, Platz 13 zum jetzigen Zeitpunkt ist völlig in Ordnung, der Hecking-Abgang und die Schlaudraff-Auszeit lassen den Verein ein schräges Bild abgeben.

So la la bis zu geht gar nicht:

Platz 3 in der Liga ist gut, DFB- und UEFA-Pokal Aus ist schlecht, also Mittelmaß. Die Aussendarstellung füllt seit Monaten jede Gazette an jedem Tag im ganzen Land. Schalke 04.
Hertha ist 4., dafür aber im UEFA-Cup raus, das ist summa summarum trotzdem in Ordnung. Was sich aber Manager Hoeneß Woche für Woche an Verbalinjurien leistet ist eine Katastrophe. Seine Verurteilung nach den Wagner-Aussagen hat er nicht akzeptiert, sondern Berufung eingelegt. Ich glaube der merkt es nicht mehr.
Bayer Leverkusens Trainer Skibbe ist nicht zu beneiden. Immer wieder wird über seine Position diskutiert. Dazu kommt der mittelmäßige Platz 9, im UEFA-Cup ist man immerhin noch dabei.
Meine "Freunde" aus Lüdenscheid gehören ebenfalls in diese Kategorie. Fast täglich wird von irgendwoher der Trainer angegriffen, dazu kommt ein chronisches Heim-Unentschieden-Gekicke. Und am meisten freut mich, das die Systemumstellung blendend funktioniert hat und Nelson Valdez jetzt Aussenstürmer spielt. Wie gut, das Odonkor weg ist und man Valdez holte...
Ein anderer Fall ist der deutsche Rekordmeister aus München. Uli Hoeness erntet zwar Spott für seine Kampfansage Richtung Bremen, die wirklich momentan vermessen erscheint, aber das Umfeld in München ist voll mit Hochkarätern, die nicht auf einmal alles falsch machen. Alles falsch macht aber im Moment die Mannschaft, 4 Niederlagen nach 11 Spielen ist man nicht gewohnt in Bayern...
Mainz ist so eine Mannschaft, die ich nirgendwo so richtig hinstecken kann, aufgrund des Thurk-Theaters und der Mißerfolgsserie, kann man sagen, das heile Welt im Moment woanders ist.
Den VfL Bochum hatte ich eigentlich als besten Aufsteiger angesehen, nach 11 Spieltagen steht man immer noch unter dem Strich und auch Trainer Koller ist lange nicht mehr unantastbar.

Gurken in allen Belangen:
Drei Buchstaben sagen mehr als 1000 Worte: HSV.
Hannover 96 ist der einzige Verein mit Trainerwechsel, der auch noch fragwürdig ablief, Kaenzig entmachtet, Kind zurück, Tabellenplatz 15, Schulnote 6.
Gladbach hat eine Trainerdiskussion. Geht es nicht direkt um die Person, so werden seine Entscheidungen von Spiel zu Spiel als diskussionswürdig erachtet. Das Ergebnis auf dem Platz ist gleichfalls unter dem Strich, es braut sich was zusammen am Niederrhein.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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