Sonntag, 18. Juni 2006

Tag 10

Die Standard-Einleitung,
hier mein persönliches WM-Tagebuch, die Spiele die ich gesehen habe, lasse ich Revue passieren. Die anderen Tage finden sich unter "WM Tagebuch" auf der linken Seite oder beim Runterscrollen.

Sonntag, 18.06.2006

Spiel 1: Kroatien-Japan 0:0
Kroatien im 3-4-1-2 mit Niko und Robert Kovac sowie Josip Simunic, Marko Babic und Ivan Klasnic. Japan im 4-3-1-2.
Wenn als offensiver Hoffnungsträger an erster Stelle der als geborene Ungefährlichkeit bekannte Takahara gilt, ist eigentlich alles gesagt. Die Japaner kombiniertenbis zum Strafraum sehr gefällig, spielten sich herrliche Chancen heraus, der Abschluß war aber eine Katastrophe. Am schärfsten die vergebene Möglichkeit, als der Stürmer dem Torwart aus drei Metern den Ball frei vorm Tor durch die Beine schob. Dieser lag nämlich zwei Meter neben dem Tor.
Die Kroaten hatten in der Partie auf mittelmäßigem Niveau die größte Chance, ein Elfmeter wurde vom Torwart stark pariert. Ansonsten noch ein Lattentreffer, mehr war trotz dreier Stürmer am Ende nicht. Immerhin wahren sich beide Teams ihre Chance aufs Weiterkommen.

Spiel 2: Brasilien-Australien 2:0 (0:0)
Basilien wie üblich 4-2-2-2, Australien mit einem 5-4-1 oder 3-6-1, je nach Ballbesitz.
Mir gefällt das Spiel des Weltmeisters nicht. Zu viel durch die Mitte, zu unbeweglich und das nicht nur Ronaldo, viel zu langsam und statisch. Trotzdem reichte es wieder zum Sieg, diesmal brauchte es einen Distanzschuß Adrianos zum Sieg. Außerdem zeigte man Schwächen in der Defensive. Vorallem Dida knüpft nahtlos an seine miese Saison an und ermöglichte den Australiern direkt nach der Führung beinahe den Ausgleich. Auch die beiden Aussenspieler, Cafu und Roberto Carlos, wirken weit über den Zenit ihres Könnens heraus, ebenso Emerson, der gar ausgewechselt wurde. Kaka ist der Einzige, der Engagement zeigt.
Die Aussies haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten das beste herausgeholt. Eine weitgehend stabile Abwehrleistung und einige Chancen in der Offensive, z.B. durch Kewell.
Brasilien ist damit im Achtelfinale und zwar als Gruppenerster. Im direkten Duell zwischen Kroatien und Australien geht es um Platz zwei, Japan hat wohl nur theoretische Möglichkeiten.

Spiel 3: Frankreich-Südkorea
Dieses Spiel habe ich nicht genügend gesehen um viel darüber zu sagen. Stichwort NASCAR und Tag 4 der US Open im Golf als Alternativprogramme...

Samstag, 17. Juni 2006

Tag 9

Die Standard-Einleitung,
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Samstag, 17.06.2006

Spiel 1: Portugal-Iran 2:0 (0:0)
Die Portugiesen im 4-3-3, mit Ronaldo und Figo auf den Flügeln und erstmals bei der WM mit Deco als offensivem Mittelfeldspieler, der Iran ohne Ali Daei, somit ein 4-5-1.
Portugal lieferte eine gute Leistung ab, eine klare Steigerung gegenüber dem Auftakt gegen Angola. Probleme hatte man meines Erachtens mit der Chancenauswertung. Denn viele klare konnten nicht genutzt werden, das 1:0 fiel mittels Fernschuß durch Deco. Der eingebürgerte Brasilianer war Dreh- und Angelpunkt des portugiesischen Offensivspiels.
Die Iraner haben mich auf der ganzen Linie enttäuscht. Probleme in Zuordnung und defensivem Zweikampf, kaum Zug zum Tor, ungefährliche Stürmer. Insgesamt ein schwacher Auttritt.
Portugal ist damit fürs Achtelfinale qualifiziert und trifft dort auf Argentinien oder Holland. Das verspricht ein Knaller zu werden.

Spiel 2: Tschechien-Ghana 0:2 (0:0)
Tschechien ohne Koller und Baros im 4-5-1, wobei Nedved und Rosicky das Spiel ankurbeln sollten und Galasek die defensive Mittelfeldposition besetzte, Ghana im 4-4-2 ohne Sammy Kuffour, aber mit Otto Addo.
Hoppla, das ist ein Paukenschlag. Die Tschechen, gegen die USA noch so überzeugend ins Turnier gestartet, müssen sich beim Pfosten und bei Petr Cech bedanken, das sie nicht mit 5:0 oder 6:0 verloren haben.
Die Ghanaer spielten bärenstark, attackierten die Tschechen eng im Mittelfeld und ließen vorallem Nedved und Rosicky nie ins Spiel. Zudem fehlte mit Jan Koller ein wichtiger Stürmer, der sich in Zweikämpfen einfach besser behaupten kann als Lokvenc, an allen Ecken und Enden.
Den Ghanaern kam es natürlich zu Pass, direkt nach einer Minute in Führung zu gehen. Nach der Roten Karte für Ujfalusi und dem verschossenen Elfmeter (65.Minute) spielten sie sich dann in einen Rausch und hatten ungefähr sieben, acht eins gegen eins Situationen vor Cech.

Nun kommt es für die Tschechen aufs letzte Spiel gegen Italien an und dann werden Koller, Baros (beide verletzt), Lokvenc und Ujfalusi (beide gesperrt) sicher fehlen. Keine besonders angenehmen Aussichten für einen entzauberten Geheimfavoriten.

Spiel 3 Italien-USA 1:1 (1:1)
Italien spielte erneut in einem 4-3-1-2 mit Totti hinter den Spitzen, die USA mit einem 4-4-1-1, Landon Donovan gab die hängende Spitze.
Ein unheimlich engagiertes, hart geführtes Match. Die Amis wesentlich verbessert gegenüber dem 0:3 gegen die Tschechen. Sie attackierten permanent, waren im Angriff druckvoll und brachten die italienischen Abwehr ein ums andere mal in Verlegenheit. Ihnen fehlte nur ein richtig, torgefährlicher Mann, der die herausgearbeiteten Chancen verwertete.
Selbst mit nur noch 8 Feldspielern in der zweiten Hälfte setzten sie immer wieder Nadelstiche in Richtung gegnerisches Tor.
Die Italiener wirkten unorganisierter im Abwehrverbund als gegen Ghana. Gerade die Innenverteidiger Cannavaro und Nesta hatten viele ungewohnte Fehler.
Auch die fast 45minütige Überzahl wurde für meine Begriffe schlecht gespielt, weil zuwenig über die Flügel, zuwenig steil, zuviel in die Breite.
Was auch am frühen Ausscheiden von Totti nach 30 Minuten liegen könnte. Dieser wurde bereits so früh ausgewechselt, nachdem de Rossi völlig zu Recht nach einem Ellenbogenschlag ins Gesicht mit knallrot duschen ging und Lippi die Defensive stärken wollte. Das kurz darauf Mastroeni und Pope ebenfalls vom Platz flogen, konnte er ja nicht ahnen.
Erst in der letzten Viertelstunde wurde ein Powerplay aufgezogen, zu diesem Zeitpunkt waren die Amerikaner aber schon völlig platt.

Dieses Ergebnis läßt den USA die Chance aufs Weiterkommen und birgt Gefahren für Italien, die zwar Tabellenführer sind, aber gegen ersatzgeschwächte Tschechen im letzten Gruppenspiel noch lange nicht im Achtelfinale sind.

Freitag, 16. Juni 2006

Tag 8

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Freitag, 16.06.2006

Spiel 1: Argentinien-Serbien/Montenegro 6:0 (3:0)
Serbien mit einem 4-1-3-2,allerdings in der Abwehr mit gehörigen Personalproblemen. Krstajic musste bei seinem Heimspiel links raus, Vidic spielt bei der WM gar nicht mehr.
Und bei Argentinien liege ich im Clinch mit diversen Medien. (Kicker, ARD, Premiere) All die anderen meinen, die Gauchos spielen im 4-4-2, ich bleibe bei meiner Auffassung, das Sorin kein Aussenverteidiger ist, sondern eher ein linker/defensiver Mittelfeldspieler, der bei Bedarf die Dreier zu einer Viererkette machen kann. Er ist einfach wesentlich offensiver postiert als Burdisso, der auch mehr auf die halbrechte Innenverteidigerposition einrückt. Also 3-5-2, zunächst mit Gonzalez für Cambiasso, nach 15 Minuten verletzungsbedingt wieder der Wechsel.
So etwas nennt man absolute Kontrolle. Über den Ball, den Gegner und das Spiel. Argentinien haushoch überlegen, ohne Volldampf zu geben. Immer wenn die Gauchos wollten, gaben sie Gas und Serbien war überfordert.
Dabei hatte man eine ungeheuere Effizienz. Fast jede Chance war auch ein Treffer.
Ein wunderschönes Tor zum 2:0 , nach mehrern Kurzpässen legt Crespo Cambiasso den Ball mit der Hacke auf den Elfmeterpunkt und drin war die Kugel, daneben ein schönes zum 3:0 durch den Doppeltorschützen Maxi Rodriguez nach Vorarbeit des wieder sehr starken Saviola, der sich den Ball an der Eckfahne vom unterirdischen Krstajic klaute, ein herrliches 4:0, nachdem der eingewechselte Messi steil geschickt wurde, legt er quer auf Crespo, Tor, Riquelme mit langem Pass, Tevez tunnelt seinen Gegenspieler und schiebt zum 5:0 ein, Tevez in die Gasse auf Messi, 6:0.
Fairerweise muss man sagen, das die Europäer die letzten 3 Treffer in Unterzahl bekamen, nachdem Kezman völlig übertrieben vom Platz flog, allerdings ergaben sie sich willenlos.
Ein Zusammenbruch der Serben und ein gewaltiges Statement an die Welt von einem der großen Favoriten auf den Titel.

Spiel 2: Niederlande-Elfenbeinküste 2:1 (2:1)
Holland wie immer 4-3-3 mit identischer Aufstellung zum ersten Spiel, die Elfenbeinküste diesmal mit Arouna Koné als zweiter Stürmer und somit ein 4-4-2, bzw es sah gar teilweise nach einem 4-3-3 mit A.Koné links und B.Kone rechts sowie Drogba in der Mitte aus.
In der ersten Hälfte entwickelte sich ein offenes Spiel, die Holländer mit dem besseren Auftakt und den beiden Toren. Wobei der erste Treffer, ein Freistoß van Persies, ganz klar haltbar war. Ab der 25. Minute aber kamen die Ivorer immer besser zurecht, setzten die Niederlande unter Druck, trafen die Latte und schließlich per Fernschuß ins Tor.
Nach der Pause ein für mich überraschendes Bild. Die Holländer, Meister des offensiven Flügelspiels, stellten sich hinten rein und ließen die Elfenbeinküste machen. Die taten sich extrem schwer, kämpften aber bis zur letzten Sekunde. Drogba mit einem Kopfball, den van Persie von der Linie holte und zwei zumindest fragwürdige Strafraumsituationen waren das einzig nennenswerte.
Die Holländer haben mich auch im zweiten Auftritt nicht überzeugt, in dieser Verfassung und mit dieser Spielweise werden sie nicht weit kommen in den K.O. Runden. Und gegen Argentinien im letzten Spiel um den Gruppensieg werden sie so erst Recht keine Chance haben. Die Elfenbeinküste ist leider raus. Eine Mannschaft, die ein großes Kämpferherz besitzt, der es aber noch an Erfahrung und Präzision gefehlt hat.

Spiel 3: Angola-Mexiko 0:0
Die Angolaner mit einem 4-1-4-1 oder auch 4-5-0-0-1. Selten, geht aber auch. Mexiko im üblichen 3-5-2.
Wie die Spiele sich gleichen. Ob Trinidad&Tobago oder die beiden Angola Spiele. Die jeweiligen Favoriten spielen zu langsam, ideenlos und eintönig, die Aussenseiter stellen sich hinten rein und hoffen vorne auf den Fußballgott. Heraus kommt unattraktives Gewürge.
Wobei die Sympathie dem Underdog zufällt.
Ob es im Sinne des Fußballs ist, muss von beiden Teams hinterfragt werden. Einerseits Mannschaften wie England oder heute Mexiko, die sich Gedanken über die Einstellung und die geistige Vorbereitung machen sollten, andererseits Mannschaften wie T%T und Angola, die von vorneherein überhaupt keine realistischen Versuche starten, selber mal ein Tor zu erzielen. Ich weiß, das mir so eine Art zu spielen keinen Spass gemacht hat. Immer nur zerstören und die Bälle wegkloppen.
Das heutige Spiel jedenfalls fällt bei mir nichtmal in die Rubrik Unentschieden erkämpft. Dafür wurde Angola einfach zu wenig gefordert. Das muss man sich mal vorstellen. Mexiko fordert Angola zuwenig zwingend. Kopfschüttelnd.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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