Freitag, 7. April 2006

Ein Fan muss grübeln (Teil2)

Teil 1 endete mit dem Begriff Kackspiel.
Etwas, was in der Bundesliga wenn man ehrlich ist, Woche für Woche geboten wird.
Als Schalker im besonderen bin ich es in den letzten 25 Jahren gewohnt, Spiele zu sehen, die nicht unbedingt auf dem höchsten spielerischen Niveau daherkommen. Die 97er Truppe zum Beispiel hatte Strategen, da war ich auf der Tribüne oder vor dem Bildschirm froh, wenn der Ball bei der Annahme nur einen Meter vom Fuß sprang.

Der Unterschied zu heute besteht aber im Einsatz und Kampfgeist. Yves Eigenrauch oder Dietmar Schacht wussten immer, das der Ball nicht am Fuß kleben wird, also haben sie diesen Nachteil genutzt, um zu unerbittlichen Zweikämpfern zu werden. Jedem noch so unerreichbaren Ball wurde nachgesetzt, jeder noch so überlegene Spieler (Ronaldo 1998) wurde an die Kette gelegt. Wenn dies mal mangels Klasse nicht klappte, dann konnte man aber wenigstens den Versuch spüren. National wie auch international.

Überhaupt, das Abschneiden der deutschen Klubs auf internationaler Bühne ist kein Wunder, wenn man sich die Qualität der Spitzenmannschaften in unserer Eliteliga einmal anschaut. Welches Spiel dieser Saison wird als nachhaltig Klasse in Erinnerung bleiben. Das 7:4 von Schalke-Leverkusen, die erste Hälfte von Bayern gegen Bremen (3:1), vielleicht noch das Spiel HSV-Bayern (2:0). Und ab und an der Bremer Angriffswirbel vor der Winterpause gegen wechselnde Partner. Aber sonst? Werden die Bayern Meister, weil sie so starke Spiele abgeliefert haben? Oder weil die Konkurrenz auf mittelmäßigem Niveau inkonstanter ist? Eher die Inkonstanz.
Woran liegt das? Einerseits an der Qualität die im heutigen Bundesligakader steckt. Vor Bosman spielten auch nie die wirklichen Weltklasse Ausländer oder die Spitzenverdiener in Deutschland. Brasiliens Nationalelf rekrutierte sich mit Ausnahmen (Emerson, Lucio, Ze Roberto) schon immer aus Spanien oder Italien. Neuerdings gehen die Spitzenleute auch noch auf die Insel. Aber vor Bosman sind wenigstens die Ausländer von gehobener Klasse nach Deutschland gekommen. Dies kann man heute nicht mehr behaupten. Oftmals wirkt das Geschäftsgebaren deutscher Manager, als würden ausländische Spieler zu sich sagen, hier habe ich keine Chance mehr, also gehe ich in die Bundesliga. Wer ist denn an wirklichen starken Leuten noch da? Lucio. Schlechte Beispiele fallen mir zuhauf ein. Zur Rückrunde verstärkt sich der 1. Fc Kaiserslautern mit Mathieu Beda, Balázs Borbély und Jon Inge Høiland.


Dies hat zur Folge, das deutschen Spielern der Einstieg schwerer gemacht wird, vorallem aber wird die Spielkultur verändert und die Identifikation sinkt. Das schlägt sich auf die Leistung wieder. Denn wo früher die Stärke lag, ist heute eine große Schwäche. Die Bundesliga hat das Zweikämpfen verlernt, ein intensives Beharken des Gegenspielers findet nicht mehr statt. Der Wille, sich mit vollem Einsatz für seinen Verein zu zerreißen, ist nicht mehr gegeben. Und da dieser volle Einsatz fehlt und die Intensität des Spiels nachlässt, bemerkt man die fehlende spielerische Klasse noch mehr. Es finden kaum Spielzüge über 8,9 Stationen zum gewünschten Ziel, angekommene lange Pässe sind absolute Mangelware. Und die Technik hat sich nicht verbessert, sodas die die ankommen oftmals nicht kontolliert werden können. Tore fallen heute größtenteils aus einstudierten Standardsituationen oder groben Fehlern. Wirkliche schöne Spielzüge sieht man wenn überhaupt nur im Weserstadion.

Ende Teil 2

Donnerstag, 6. April 2006

Ein Fan muss grübeln (Teil 1)

Ich hätte niemalsgedacht, das ich mir einmal solche Gedanken machen würde.
Ich schaue seit fast 25 Jahren intensiv Fußball, habs selber im Rahmen mehr oder weniger erfolgreich gespielt und bin durchaus mit Herzblut bei der Sache. Vor allem bei S04 logischerweise.
Aber in dieser Saison vergeht mir die Lust. Hätte ich mir nie vorstellen können, aber ich beobachte die Spiele und die Bundesliga allgemein mit zunehmendem Ärger. Der nicht ausschließlich auf Schiedsrichter oder eine Schalker Niederlage zurückzuführen ist.

Was stört mich also an der Liga? Es ist eine Mischung aus vielem.

Da wäre zunächst die Sensationslust und dadurch auf Showelemente abzielende Medienlandschaft. Kaum eine Sender, keine "Fachzeitschrift", geschweige denn der Boulevard konzentriert sich mehr auf die eigentliche Sportart, es werden Storys konstruiert, Spieler und Trainer diffamiert und somit ein Bild gezeichnet, das die Ehrlichkeit und Schönheit des Fußballs, die harte Arbeit in den Hintergrund stellt. Im Jahre der WM potenziert sich dieser Hype um Sensationen und der Aufbau und Niedergang wöchentlich wechselnder Stars und Hoffnungsträger noch um ein Vielfaches. Aktuell mal wieder die für die Qualität des Spiels so wichtige Wohnortdiskussion eines Trainers oder welcher Torhüter mit links aufgestanden ist und warum der andere spielen muss.
Bezogen auf die Bundesliga habe ich anfangs gedacht, Sendungen wie "Bundesliga aktuell" oder der "Doppelpass" hätten einen Informativen Wert, bzw man könne auf ähnlicher Ebene wie im Presseclub einer Fußballdiskussion lauschen. Dem ist aber bei weitem nicht mehr so. Da darf ein seniler, rotnasiger Ex-Trainer elf Figuren an einem gesponserten Tisch von links nach rechts schieben, innerhalb von 30 Sekunden ist somit meist all taktisches, fußballspezifisches Besprochen. Ansonsten Populismus im Stile Lafontaines. Auf Fußball bezogen natürlich. Ich bin perse gegen alles und nach einer Niederlage müssen wir über den Trainer diskutieren. So läuft das meistens ab und darauf habe ich keine Lust mehr.
Die täglichen Informationen sind zur Dauerwerbesendung verkommen, selbst eine noch so kleine Story über meinen Lieblingsverein wird von der Stadion-Namen gebenden Gerstensaftfirma präsentiert. Die Beiträge sind in der Regel inhaltlos, oder beschäftigen sich zm 111ten Mal mit dem Thema, Ballack: "Chelsea oder Hillary oder hört er auf?". Was ja auch inhaltlos ist.
Die Präsentation des Spieltages an sich ist auch immer schlechter geworden. Die Sportschau verherrlicht selbst die schlechtesten Spiele oder erzeugt künstliche Spannung, während die Premiere Moderatoren vor Ehrfurcht erstarren und man nur noch selten Interviews mit Aussage bekommt. Aus Angst, man würde seinen Gegenüber verärgern, wird ein Null-acht-fünfzehn Interview nach dem anderen geführt. Frag mal Ottmar Hitzfeld, wie er das früher gemacht hat. In der Champions League. Will Dauergrinser Nickles jedesmal wissen. Oder die ab dem 3. Spieltag zu hörende Frage: "War das die Vorentscheidung in der Meisterschaft/mit dem Abstieg?". Gibt es keine anderen Fragen? Zum Spiel, zur Einstellung, zur Taktik? Auch mal kitzeln, dann müssen die Spieler/Trainer raus aus ihrem goldenen Käfig. Und man bekommt vielleicht mal eine Information.
Ganz schlimm inzwischen die Spitzenkommentatoren wie v. TuT und Reif. Beide genießen ihre überhebliche Selbstdarstellung bis ins für den Zuseher,der einfach über das Geschehene mitreissend informiert werden will, unerträgliche. Das geht so weit, das der gute Fritz dermaßen verschachtelte Sätze und blumige Worte benutzt, das er am Ende nicht mehr weiß, was er sagen will. Schrecklich. Fußball mit Emotion bitte. Mit Herzblut kommentieren. Die Stimmlage verändern. Mitgehen. Aber auch knallhart sagen, ist das ein Kackspiel.

Ende Teil 1

Donnerstag, 23. März 2006

Mainz

Dieses Wochenende ist Umzug angesagt. Und warum kommt meine Schwester nicht helfen? Weil sie eine Dauerkarte hat und die nutzen will.
Wo? In Mainz!!! Pf.
Aber immer noch besser als früher, da war sie Lüdenscheid Fan.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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