Dienstag, 28. November 2006

Italienische Verhältnisse

Ohne das ich das Urteil abwarte, wenn ein Bundesanwalt, der für die Anklage zuständig ist, Freispruch beantragt, dann ist der Richterspruch selten komplett anders.

Wo sind wir denn hier? Gaunerei ist nicht gleich Betrug? Ich bin juristischer Laie, aber mein Selbstverständnis und meine Gerechtigkeit schreit laut auf.

Ohne mich zu weit in ahnungsloses Terrain zu begeben, mir erscheint es, als müssten die Gerichtsbarkeitsmöglichkeiten und die Rechtssprechung in bestimmten, auf den Sport und auf Sportwetterei bezogen, verändert werden. Das gilt für mich in diesem Fall Hoyzer genauso wie bei Doping-Vergehen, egal ob es um Jan Ullrich oder Jos Hermens geht.

Einziger "Trost" ist, das Herr Hoyzer innerhalb des Fußballs keine Karriere mehr machen wird, was bei Ullrich und im Radsport leider immer noch möglich ist/scheint.

Montag, 27. November 2006

Rein oder nicht?

Ich muss zugeben, in der Personalie Lincoln erwächst eventuell ein tatsächliches Problem für Trainer Slomka. Während die Rückkehr von Marcelo Bordon keinerlei Aufsehen erregen wird und sportlich absolut notwendig ist, kann man das bei Lincoln nicht behaupten.

In Bestform ist er unersätzlich für jede Mannschaft. Lincoln bringt Fähigkeiten mit, die sonst nur ansatzweise Kobiashvili in einer Person vereinigt. Dribblings, Spielübersicht, überraschende Pässe, Freistoßgefahr, sehr gute Technik, ständige Präsenz.

Momentan ist er weit entfernt von seiner Bestform. Gut, die kann er sich nur mit Einsätzen über 90 Minuten holen. Spielpraxis ist nunmal alles.
Aber besteht die Möglichkeit, ihm Spielpraxis zu geben, ohne das die ausgezeichnete Meisterschaftsposition aufgegeben wird? Schlüssig und ohne Spekulation natürlich nicht zu beantworten, doch bleibt die Tatsache, das das jetzige 4-3-3 System auch mit Lincoln angewandt, bei weitem aber nicht so stark gespielt wurde.
Die Gründe dafür liegen in seiner Ballverliebtheit und dem "Verschleppen" der Aktionen. Und vorallem in seiner Präsenz. Was normalerweise nicht als Makel benannt werden kann, nämlich das ständige Fordern des Balles, wird hier zur Schwäche der Mannschaft. Denn ohne ihn wird der schnellere Weg in die Spitze gesucht, es geht ohne Umwege direkt nach vorn.
Mit ihm muss eine weitere Station eingebaut werden. Dies kann in Spielen helfen, in denen Schalke den Ball kontrolliert und über weite Strecken hält, aber nicht, wenn überfallartige Angriffe inszeniert werden sollen.

Eine Systemänderung zu seinen Gunsten, zu mehr Dominanz im Mittelfeld, zu mehr Ballkontakten, weg vom 4-3-3 mit zwei Defensiven und einem Offensiven, hin zum 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld würde der Mannschaft ebenfalls diese große Stärke rauben. Es gäbe nicht mehr die beiden schnellen Außenstürmer, außerdem würden Rafinha und Pander in ihrem Offensivgeist beschnitten, der sich durch blitzartiges Lösen aus der Abwehr äußert. Das Spiel würde insgesamt statischer. Dies kann nicht im Sinne der Mannschaft sein und des Vereins sein.

So kann ich mir durchaus vorstellen, das Trainer Slomka sich nicht scheuen wird, Lincoln erstmal höchstens eine Halbzeit spielen zu lassen. Vielleicht auch mit Blick auf eine Veränderung seines Spiels in Richtung mehr Geschwindigkeit. Zeit zum Arbeiten hat er ja unter der Woche genug.

Sonntag, 26. November 2006

Ein nahezu perfektes Spiel

Mich kann man so einfach (fußballerisch) glücklich machen.
Man setze mich vor einen Bildschirm und lasse Manchester United und den Fc Chelsea gegeneinander antreten. Red Devils gegen Blues, John Terry, Rio Ferdinand, Claude Makele, Paul Scholes, Frank Lampard und Wayne Rooney auf dem gleichen grünen Viereck.
Nicht das dieses Spiel eine Demonstration der Torschüsse oder gar der Chancenmassen gewesen wäre. So eine Behauptung wäre schlichtweg falsch, würde mich aber auch nicht zwingend zu Beifallsstürmen hinreissen.

Dieses Spiel war über weite Phasen das nahezu perfekte Fußballspiel von dem der Fan träumt. Wohlgemerkt der, der sich von Taktik, Einsatz und Technik begeistern lässt und den es nicht juckt, wenn am Ende nur ein 1:1 dabei herauskommt.
Hier wurde keine Pause gemacht, es ging ständig hoch und runter, vor dem letzten Pass stand oft das perfekte Tackling, möglichst zum Mitspieler, um dann in die andere Richtung zu wetzen. So gut wie nie wurde ein dritter Ballkontakt geduldet, sofort wäre ein Gegenspieler anwesend. Torchancen entanden nicht aus Querschlägern oder dem einen großen Fehler, sondern sie wurden, wenn auch selten, erspielt. Die Abwehrreihen gestatteten nicht den Hauch eines Raumes zum Atmen, trotzdem erzielte das ManU-Tor die einzige richtige Sturmspitze. Weil der gewollte Saha`sche Kunstschuss um seinen Gegenspieler herumflog und keinen Millimeter weiter Richtung Pfosten hätte gehen dürfen.

So bleibt zu konstatieren, das es nur zwei negative Ausnahmen auf dem kompletten Spielfeld gab. Der eine ist der Kapitän der Nationalelf der Ukraine und der andere der Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft. Beide liefen neben der Musik her, beide konnten das vorgelegte Tempo nie mitgehen, beide kamen bei Zweikämpfen oft zu spät, beiden merkt man an, das sie aus eher statisch spielenden Teams und aus langsameren Ligen kommen.

Krise als schönes Erlebnis

Ich denke, ich kann mich glücklich schätzen, Schalke Fan zu sein. Wenn man sich die letzten 10 Jahre seit 1997 anschaut, so sind zwar auch zweistellige Plazierungen in diesem knappen Zeitraum zu finden, aber so richtig schlecht gings Schalke in dieser Zeit nicht. Und mit richtig schlecht meine ich Abstiegskampf pur, Existenznot durch katastrophale Ergebnisse.
Neben Schalke darf nur Bayern dies für sich reklamieren.

Jeder Teilnehmer an internationalen Wettbewerben in dieser Zeit macht ähnliches durch wie momentan der HSV und Mainz 05. Bremen unter Aad de Mos, Leverkusen mit Toppmöller, Hertha mit Huub Stevens, Stuttgart vor und noch mit Magath, Lüdenscheid mit Bernd Krauss, Wolfsburg mit Gerets und Augenthaler, sie alle konnten wenigstens mit Kraftakten die Klasse halten.
Lautern, Gladbach, Duisburg und Bochum mussten in dieser Zeit die Bundesliga zwischenzeitlich oder immer wieder verlassen.

Nur Schalke hatte nie derartige Probleme. Insofern bin ich froh, das Krisengerede und peinliche (hier als Meinung der Presse, nicht als meine) Medienboykotts mit dem Run auf und der augenblicklichen Verteidigung von Platz 1 einhergehen.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

Hinweise

Aktuelle Beiträge

kurtspaeter goes vom...
Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, da die Reise...
kurtspaeter - 25. Jun, 16:13
kurtspaeter goes vom...
Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, da die Reise...
kurtspaeter - 24. Jun, 17:59
kurtspaeter goes vom...
Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, da die Reise...
kurtspaeter - 24. Jun, 14:52
kurtspaeter goes vom...
Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, da die Reise...
kurtspaeter - 22. Jun, 13:40
Heilsbringer des deutschen...
Arne Friedrich, Prototyp des biederen, technisch limitierten...
kurtspaeter - 17. Jun, 11:54

Fußball-Blogsuche

Suche

 

Impressum

Alle Texte sind von mir in der mir möglichen Objektivität geschrieben und entsprechen meiner persönlichen Meinung. Wenn es hier irgendetwas beleidigendes oder kriminelles von Seiten Dritter zu lesen gibt, so entferne ich dies. Die Inhalte externer Links liegen nicht in meinem Verantwortungsbereich. Verantwortlich für den Inhalt gemäß § 10 Absatz 3 MDStV: Knut Rump, Lehmberg, 24103 Kiel E-Mail: kurtspaeter at gmx.de

BL-Vorschau 2006
Bundesliga
Comeback in der Kreisliga
EM
Fernsehen
Fussball Geschichten
kurtspaeter goes...
Nationalelf
Presseschau
Ruhmeshalle der Idioten
Schalker Geschichten
Sonstiges
WM 2006
WM Tagebuch
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren