Die Rückkehr ins Heynckes-System

Das Schalke 04 in diesem Jahr maximal Mittelmaß zu bieten hat, daß dürfte spätestens heute nachmittag jedem bewußt geworden sein. Ein gutes Spiel wie gegen Chelsea oder in Hannover sind eher die Ausnahme, Gurkenkicks wie gegen Bochum oder in Frankfurt die Regel.

Was soll das alles mit Jupp Heynckes zu tun haben?
Ganz einfach, die spielerische Armut der Ära Heynckes ist wieder zurückgekehrt. Mit voller Breitseite erwischt diese S04 fast Woche für Woche. Statt schnell zu spielen wird langsam und behäbig aus dem Stand agiert. Zumeist jedenfalls. Wie bei Heynckes.
Torgefahr aus dem Spiel heraus ist die Ausnahme, fast jeder Treffer entspringt Standardsituationen. Ohne Frage ist diese Gefahr eine gute Eigenschaft, als Haupt- fast als ausschließliche Angriffswaffe aber viel zu wenig.
Diese Tatsache an den beiden 19-jährigen Kreativkräften Özil und Rakitic alleine festzumachen ist mir aber zu einfach. Das diese Schwankungen haben würden ist normal.

Über die Zusammensetzung des Teams und die Entwicklung Einzelner gilt es viel eher nachzudenken.

Seit mehr als drei Jahren liegt die linke Schalker Abwehrseite quasi brach. Dank der Verletzungen Christian Panders fehlt ein typischer Linksverteidiger, der auch in der Offensive Akzente setzen kann. Kobiashvili ist der bessere Mittelfeldspieler, Krstaljic Innenverteidiger und trotz der beiden Tore heute, Westermann auch. Daneben ist letzterer Rechtsfuß und schlägt mit links mehr Flanken hinters Tor als in den Strafraum. Wenn er überhaupt die Grundlinie erreicht, was eher selten passiert.
Wohlgemerkt, ich mache nicht Westermann den Vorwurf, sondern Müller und Slomka.
Auf Pander ein Jahr zu warten ist völlig in Ordnung, aber spätestens in der Sommerpause hätte man reagieren müssen. Was man tat, indem Sebastian Boenisch nach Bremen verkauft wurde.

Mit Carlos Großmüller wollte ich mich ursprünglich beschäftigen, nach der heutigen Nummer plädiere ich für Sperre seitens des Vereins und den Verkauf. Schleunigst. Alternativ kann der DFB Großmüller für den Rest der Vertragslaufzeit sperren. Dermaßen bescheuerte Aktionen, als Ersatzspieler auf den Platz rennen und eine Tätlichkeit begehen, dermaßen bescheuerte Aktionen liegen außerhalb meines Fassungsbereichs.

Sorgen bereiten mir die Entwicklungen anderer Spieler.
Was ist beispielsweise mit Peter Lövenkrands passiert? Im letzten Jahr bis zu seiner Verletzung in Wolfsburg war er ein Garant für die damalig souveräne Tabellenführung. Torschütze, Vorbereiter. Heute reiht sich Fehlpass an Fehlpass, Zweikämpfe bestreitet er eigentlich nie, ihm passieren Stockfehler ohne Ende und eine unfassbare Lethargie umgibt den Dänen.

Über Rafinha habe ich mich desöfteren bereits ausgelassen.
Sein Wirkungsbereich beschränkt sich auf Einwürfe (viele falsch in meinen Augen) und Meckern. Letzteres mitsamt seinem Landsmann Bordon ohne Unterlaß und bei jeder Körperberührung. Mir persönlich ist dieses Verhalten inzwischen richtiggehend peinlich. Spielen Spieler dieser Art bei anderen Vereinen haben sie große Chancen auf diese Rubrik.
Viel schlimer für Schalke ist allerdings, daß er sein Talent damit verschleudert und die Kraft nicht mehr für Flankenläufe sinnvoller Art einsetzt.

Halil Altintop steht völlig neben seinen Schuhen. Heute lief er wieder alleine mit dem Ball aufs Tor und scheiterte einmal mehr. Prinzipiell kann das passieren. Wenn diese Szenen genau einmal pro Spiel als einziger Beweis für die Existenz des Türken auf dem Spielfeld herhalten müssen, dann ist dies erschreckend. Die Teilnahme an eh schon mangelhafter Ballzirkulation findet nicht statt, ein Stürmer sollte den Ball halten können, Altintop verliert jeden. Mal liegt es am Abwehrspieler, der einfach energisch seinen Körper einsetzt, mal an mangelnder Technik.

Sich Manuel Neuer gegenüber negativ zu äußern fällt mir schwer. Aber auch heute liegt an beiden Toren eine Mitschuld beim Torhüter. Allerdings kann sich Neuer in meinen Augen erst wieder stabilisieren, wenn seine Vorderleute ebenfalls zu alter Form zurückfinden. Dies gilt für Rafinha, dies gilt mit Abstrichen für Bordon, der immer wieder einen Bock schießt und das gilt vorallen Dingen für Westermann und Krstaljic, die auch heute an jeweils einem Gegentreffer beteiligt waren. Auch wäre es für Neuer von Vorteil, wenn Schalke das ein oder andere Spiel souverän mit mehr als einem Tor Vorsprung nach Hause bringen könnte. Momentan ist jeder Schuß aufs Tor zum Ausgleich oder der gegnerischen Führung. Sprich immens wichtig.

Meines Erachtens ist es jetzt auch an der Zeit, über Mirko Slomka nachzudenken.
In der Winterpause. Unabhängig vom Ergebnis gegen Trondheim und Nürnberg.

Vielen Spielern, Beispiele habe ich genannt, fehlt es an Selbstvertrauen, die Mannschaft ist lange schon in alte Rhythmen zurückgefallen, die Entwicklung der Einzelnen stagniert bzw ist sogar als rückläufig zu betrachten. In diesem Atemzug ist auch Andi Müller nicht frei von Kritik. Auf Schalke ist traditionell der Manager hauptverantwortlich für die Zusammenstellung der Mannschaft. Und da dies so ist, muss man konstatieren, daß die Mannschaft keinen momentan konstant helfenden kreativen Geist hat und das die Mannschaft keinen Linksverteidiger besitzt.
Und das wiederum Andi Müller mit zum Vorwurf machen.

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Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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