Rein oder nicht?

Ich muss zugeben, in der Personalie Lincoln erwächst eventuell ein tatsächliches Problem für Trainer Slomka. Während die Rückkehr von Marcelo Bordon keinerlei Aufsehen erregen wird und sportlich absolut notwendig ist, kann man das bei Lincoln nicht behaupten.

In Bestform ist er unersätzlich für jede Mannschaft. Lincoln bringt Fähigkeiten mit, die sonst nur ansatzweise Kobiashvili in einer Person vereinigt. Dribblings, Spielübersicht, überraschende Pässe, Freistoßgefahr, sehr gute Technik, ständige Präsenz.

Momentan ist er weit entfernt von seiner Bestform. Gut, die kann er sich nur mit Einsätzen über 90 Minuten holen. Spielpraxis ist nunmal alles.
Aber besteht die Möglichkeit, ihm Spielpraxis zu geben, ohne das die ausgezeichnete Meisterschaftsposition aufgegeben wird? Schlüssig und ohne Spekulation natürlich nicht zu beantworten, doch bleibt die Tatsache, das das jetzige 4-3-3 System auch mit Lincoln angewandt, bei weitem aber nicht so stark gespielt wurde.
Die Gründe dafür liegen in seiner Ballverliebtheit und dem "Verschleppen" der Aktionen. Und vorallem in seiner Präsenz. Was normalerweise nicht als Makel benannt werden kann, nämlich das ständige Fordern des Balles, wird hier zur Schwäche der Mannschaft. Denn ohne ihn wird der schnellere Weg in die Spitze gesucht, es geht ohne Umwege direkt nach vorn.
Mit ihm muss eine weitere Station eingebaut werden. Dies kann in Spielen helfen, in denen Schalke den Ball kontrolliert und über weite Strecken hält, aber nicht, wenn überfallartige Angriffe inszeniert werden sollen.

Eine Systemänderung zu seinen Gunsten, zu mehr Dominanz im Mittelfeld, zu mehr Ballkontakten, weg vom 4-3-3 mit zwei Defensiven und einem Offensiven, hin zum 4-4-2 mit der Raute im Mittelfeld würde der Mannschaft ebenfalls diese große Stärke rauben. Es gäbe nicht mehr die beiden schnellen Außenstürmer, außerdem würden Rafinha und Pander in ihrem Offensivgeist beschnitten, der sich durch blitzartiges Lösen aus der Abwehr äußert. Das Spiel würde insgesamt statischer. Dies kann nicht im Sinne der Mannschaft sein und des Vereins sein.

So kann ich mir durchaus vorstellen, das Trainer Slomka sich nicht scheuen wird, Lincoln erstmal höchstens eine Halbzeit spielen zu lassen. Vielleicht auch mit Blick auf eine Veränderung seines Spiels in Richtung mehr Geschwindigkeit. Zeit zum Arbeiten hat er ja unter der Woche genug.

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Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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