Dienstag, 29. Mai 2007

kurtspaeter goes Radsport-Ächtung

Ich weiß, eigentlich handelt es sich um ein Fußball-Blog, andererseits sind meine Sport-Interessen so vielschichtig, das ich auch über etwas anderes schreiben könnte.

Beflügelt durch diese Schlagzeile.
Im Untertitel steht, erste Konsequenzen aus der Doping-Affäre von Turin 2006 gezogen.
Ich beantrage einen Orden an Österreich für seine zügige und umfangreiche Aufklärung zu vergeben. Lachhaft.

Und nebendran wird darüber berichtet, das Erik Zabel bei Milram weiterfahren darf.

Und da ich mich darüber richtig aufrege, fange ich einfach an, auch und gerade um Wut und Enttäuschung zu kanalisieren. Es kommt nicht viel neues vor, trotzdem.

Ich habe mich im letzten Jahr letztmalig mit einem Radrennen befasst.
Floyd Landis flog durch die Alpen Richtung Tour-Sieg und ich hatte den Mund auf vor Staunen und Hochachtung. Eine Woche lang. Dies kann man naiv nennen, dumm vielleicht.
Danach habe ich mir jedenfalls kein Radrennen mehr angesehen.

Im Vorfeld der Tour begann die sogenannte "Fuentes-Affäre", die bis heute ein köchelndes kleines Flämmchen der Null-Information und Null-Konsequenz geblieben ist. Die meisten Fahrer sind weiterhin aktiv, sie lassen sich weiterhin von offen als Doping-Ärzten bezeichneten Mediziner (darf ich als Mediziner dieses Wort in diesem Zusammenhang überhaupt gebrauchen?) "behandeln".
Beispielhaft für die Konsequenz im Zusammenhang Fuentes und die Aufklärungswilligkeit der Radställe der Fall Jaksche. Vor ein paar Wochen suspendiert, gewinnt er nun die Lothringen-Rundfahrt. Von Aufklärung der Fuentes-Affäre kann aber doch noch gar keine Rede sein, oder?

Vor ein paar Wochen der schamhafte, unwirkliche Auftritt eines zerebral ausgetrocknet wirkenden ehemaligen Radprofis, der selber einen Weichspüler-Journalisten wie Beckmann wie einen hartgesottenen Aufklärungs-Gott aussehen ließ.
Man langte schamhaft Richtung Fernbedienung um wenigstens ein kleines Quentchen an Respekt gegenüber einem Tour-Sieger zu behalten.

Und seit zwei Wochen zieht eine, ich nenne sie mal Aufklärungs-Welle, durch Deutschland.
Ein Masseur schreibt ein Buch, ein ehemaliger Profi geht zu Beckmann, Töne werden unterdrückt, es folgt ein Geständnis nach dem anderen.

Dietz, Henn (Mehrfachtäter), Bölts, Aldag, Zabel (Mehrfachtäter), Holm, Riis. Die Ärzte Schmid, Heinrich und Huber
Vielleicht habe ich jemanden vergessen.
Ist aber auch egal, wirklich relevant ist keines der "Geständnisse" der Fahrer.
Einerseits sind die Akteure nicht mehr aktiv, andererseits liegen die Vergehen zulang zurück um noch eine Sperre nachsichzuziehen.
Einzig den Ärzten geht es an den Kragen, die Uni Freiburg hat sie entlassen, Entzug der Approbation ist der nächste mögliche Schritt.
Darüberhinaus werden keine Mittels- oder Hintermänner benannt, sprich die Herren Godefroot, Pevenage, Becker bis hin zu Lefevre werden ausgespart soweit dies möglich ist.

Währenddesssen darf also Zabel, ein überführter Sünder und damit Wiederholungstäter (Kortisonfund 1994) weiterfahren, die Journaille klatschte zum Teil sogar noch Beifall nach seiner Rede in Bonn letzte Woche. Er will die WM gewinnen und im nächsten Jahr eventuell zu Olympia. Dabei hat er Doping zugegeben. Für eine Woche.
Mehr als absurd ist eigentlich jeder einzelne dieser Punkte. "Weiterfahren", "klatschende Journalisten", "eine Woche".
Schlagworte wie Hohn. Man könnte sich einen grinsenden Unnaer Radprofi vorstellen, der sich vor Freude über die Naivität und die Journalisten- und Fantreue eine Spritze mehr einsteckt.

Aldag, Henn, Holm und Riis sind sportliche Leiter respektive Teambesitzer, krakeelen seit Jahren wie fatal und schlimm Doping doch ist, dürfen aber weitermachen. Dabei hat sich vorallem Aldag immer als Henker aller Dopingsünder hingestellt, in diesem/seinem Fall reicht offensichtlich eine einfache Entschuldigung aus.
Das T-Mobile Team mit Herrn Frommert an der Spitze hat sich Vorreiter gegen Doping auf die Fahne geschrieben, akzeptiert den einzig richtigen Schritt, nämlich den Rücktritt ihrer Doping über Jahre eingestehenden Leiter (Aldag/Holm) nicht. Schmeisst sie dann nicht einmal raus. Dessen (Aldags) lapidare Aussage, es konnte uns eh keiner nachweisen also haben wir es getan, alleine müsste eine Ächtung auf Lebenszeit zur Folge haben.
So bleibt der Kampf gegen Doping ein offensichtlich heuchlerisches Unterfangen.

Und zu guter Letzt fragt man sich, sind all die Emigs, Watterotts, Bossdorfs und Co in den letzten Jahrzehnten als Journalisten oder Fans an der Strecke und im Radzirkus unterwegs gewesen? Natürlich auch als Fan müsste die normale Antwort lauten, in erster Linie aber als professionale Arbeitskraft. Dies zu bezweifeln ist nicht schwer. Lieber besinge ich die Provence als das ich meiner Arbeit nachgehe ist das Motto.

Unerkannt bleiben

Hätte irgendjemand diesen Mann als Paul "Gazza" Gascoigne identifiziert?

(Magengeschwüre mit Löchern hin oder her...)

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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