Donnerstag, 7. Dezember 2006

Ein Spiel in Aachen

Werder Bremen Fans kann man nicht gerade als die gewaltbereitesten Fans Deutschlands bezeichnen. Was ja auch gut so ist.

Vor ein paar Wochen fuhren einige Anhänger des Vereins zum Auswärtsspiel nach Aachen. Per Regionalexpress lässt sich eine solche Zugfahrt angenehm gestalten, von Siegen nach Aachen in knapp zwei Stunden. Dazu das obligatorische Pils und gute Laune.
Der angestrebte Stadtbummel fiel allerdings flach. Die Ausgänge des Aachener Hauptbahnhofs waren abgeriegelt, jede nur ansatzweise grün-weiß gekleidete Person durfte den Bahnhof nur in eine Richtung verlassen. Zur Pass- und Kartenkontrolle, zur Leibesvisitation, um dann direkt in einen Bus zum Stadion gepfercht zu werden. Dort angekommen gab es keinerlei Gelegenheit, die Gegend ums Stadion zu erkunden, es musste auf dem direkten Wege in den Block gegangen werden. Das gleiche Spiel auf dem Rückweg, direkt zum Bahnsteig, bloß nicht über Los, sonst greift die Polizei ein, entweder gibts Haue oder eine Anzeige, mindestens aber Stadionverbot. Landesweit.

Diese Geschichte wurde mir aus der alten Heimat mitgeteilt, an ihrem Wahrheitsgehalt zweifel ich nicht eine Sekunde. Daher ist es richtig, das sich Fans zusammengeschlossen haben, um diesen Dingen auch rechtlich auf den Grund zu gehen. Bei aller berechtigten Diskussion um zunehmende Gewalt , eine Verallgemeinerung geht zu Lasten derer, die friedfertig Woche für Woche in die Stadien pilgern, ob Heim- oder Auswärtsspiel, und einfach nur feiern wollen.

Lüdenscheid 3 Tage vor dem Derby

Die Personalsituation und damit die Geschichte der Lüdenscheider vor dem Derby dreht sich nur um einen Mann. Den Trainer. Insofern keine überraschende Aussage, als das er seinen Job zum Saisonende beendet/beenden muss. Aber man kann auch anders rangehen, denn spielen tut er am Ende des Tages völlig erstaunlicherweise nicht selber.

Zum Spiel in unserer Arena kann der scheidende Übungsleiter fast aus dem Vollen schöpfen. Der langzeitverletzte Sebastian Kehl fehlt weiterhin, sicherlich ein ganz entscheidender Mann, der als Typ abgeht. Ich finde, Marc Kruska hat ihn passabel ersetzt, kommt aber nicht an Kehls Präsenz heran und hat natürlich auch nicht dessen Erfahrung. Wo wir beim nächsten fehlenden Spieler wären, nämlich Kruska, der gesperrt ist. Seine Position soll Nuri Sahin übernehmen, einstiges Wunderkind mit tiefem Loch, gerade zu Anfang der laufenden Saison. Dieser hat eine Zerrung erlitten, kann aber wohl spielen.

Ansonsten rechne ich nicht mit großen Überraschungen in der Startformation. Weidenfeller gehört inzwischen zu den drei besten Torhütern in Deutschland, rechts wird Kringe in der Viererkette spielen, spielstark, aber mitunter zu phlegmatisch, in der Mitte Wörns und Amedick, links wie immer Dede. Während Christian Wörns eine durchwachsene bis schlechte Saison hat, ist Amedick die positive Überraschung für mich im Westfalenstadion. Von Braunschweig gekommen hat er Brzenska verdrängt, (von Metzelder spricht eh keiner mehr, wobei das auch verletzungsbedingt war/ist, was aber bei bei diesem Spieler keinen wirklich überrascht), das war nicht unbedingt zu erwarten.
Da Kruska raus ist, wird sich das Mittelfeld umändern, Sahin geht auf die 6, Tinga, wie ich finde ein überspielter Mitläufer, bildet mit Pienaar oder Degen die Halbposition. Denkbar ist auch, das Degen die rechte Aussenverteidigerposition einnimmt und Kringe ins Mittelfeld vorrückt. Auslöser dafür könnte das zu offensive Spiel von Pienaar sein. Wobei Degen selbst auch kein Verteidiger der klassischen Sorte ist.
Alexander Frei wird zentral offensiv spielen, ob das als Mann hinter den Spitzen oder Stoßstürmer bezeichnet wird, sei der Phantasie jedes Einzelnen überlassen. Und auf den Aussenbahnen die klassischen Flügelstürmer Smolarek und Valdez.

Das System nennt sich 4-3-3 oder 4-4-2, der Witz für mich ist, das van Marwejik immer schon 4-3-3 spielen lässt, nur in Lüdenscheid will man Anfang der Saison die Systemumstellung und kauft die Strafraumstürmer Frei und Valdez und lässt Odonkor gehen. Es läuft nicht so Recht zusammen im neuen System und schwupps, kehrt man zurück zum Alten, hat aber dafür nicht das passende Personal. Sicherlich mit ein Grund, warum die Erwartungen nicht erfüllt werden. Man kann dies aber auch andersrum drehen, die Erwartungen sind zu hoch gesteckt. Denn die Neuverpflichtungen sind überbewertet worden, Valdez scheint vom Können her mehr Joker als Stammkraft zu sein, Frei trifft wenigstens ab und an, soll aber zusätzlich den Spielmacher geben, Pienaar ist eine einzige Enttäuschung. Ehrlich gesagt absehbar, er hat bei Ajax immer im Schatten van der Vaarts oder Snejders gestanden, war Ergänzungsspieler und musste nie ein Spiel selbst gestalten, was in Lüdenscheid erwartet wurde/wird.

Nicht wirklich besonders finde ich im Übrigen, das zuhause der schlechtere Fußball geboten wird. Mitunter habe ich den Eindruck, das große Publikum lähmt die Heimmannschaft bzw ist zu kritisch und eröffnet einen Teufelskreis aus schlechtem Spiel-Pfiffen-noch schlechteres Spiel. Immer wieder in den letzten Jahren war dies zu beobachten, ich erinnere an die kläglichen Auftritte gegen Cottbus oder Brügge als es um die CL-Quali ging, auch die Horrorsaison mit Skibbe, Krauss, Sammer und der rotbäckigen, zitternden Phrasenmaschine Lattek sah zuhause meist Horrorfußball.
Ich habe die Lüdenscheider in Bremen gesehen, dieses Spiel sollte ihnen für Sonntag als Vorbild gelten. Kompakt gestanden (Ausnahme Wörns), einen überragenden Torwart und immer wieder schnell in die Spitze gespielt. Ich hoffe, dieses Vorbild haben sie vergessen...

Noch eins, ich habe bewusst Sätze vermieden wie, "gegen den Trainer spielen" oder "kämpfen für van Marwejik", unterzubringen. Diese beiden Phrasen werden uns nur entgehen, wenn dieses Spiel unentschieden endet, auch wenn es Mumpitz hoch zehn ist. Es wird die Fraktion geben, vornehmlich Ersatzspieler oder Verkannte, die sich freuen, die anderen, vornehmlich Smolarek oder Kringe. werden sich ärgern das er geht. Aber auf dieses oder eines der nächsten Spiele wird dies keinen Einfluß haben.

Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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