Heilsbringer des deutschen Fußballs (Polemisch)

Arne Friedrich, Prototyp des biederen, technisch limitierten Aussenverteidigers, der es bei seinem eigenen, mittelmäßigen, Verein nicht schafft seine Traumposition Innenverteidiger für sich zu akquirieren, wurde vom Bundestrainer ob seiner Trainingsleistungen derartig gelobt, daß man sicher sein musste, mit ihm wird alles besser.

Damit will ich um Gottes Willen die Leistungen gegen Kroatien (wo Friedrich noch nicht Heilsbringer sein durfte/musste) und Österreich nicht auf Friedrichs Schultern abladen, aber wenn Löw keine andere Änderung in der deutschen Aufstellung einfällt, dann krankt es irgendwo.

Krankt es an der Einsicht, das Mittelfeldspieler auch defensive Aufgaben zu erfüllen haben, dafür aber lieber der linke Aussenverteidiger an den Pranger gestellt wird? Krankt es an der Einsicht, daß man nicht mit Rekonvaleszenten und Ersatzspielern ein Turnier bestreiten kann? Damit ist nicht Lehmann gemeint, Metzelder viel mehr, aber der Schachzug, die Überraschung der WM-Nominierung 2006 (Odonkor) gegen tief stehende Kroaten gar 30 Minuten als rechten Aussenverteidiger spielen zu lassen, der ist unerklärbar.

Oder liegt es an der Augenwischerei, daß Deutschland über mindestens vier internationale Top-Stürmer verfügt, wobei der eine (Gomez) in ein Formtief gefallen ist, der andere (Klose) nur aufgrund der Trainerschen Nibelungentreue auf seine Einsatzzeit kommt, der Dritte die Defensivaufgaben eines Mittelfeldspielers in Spielen gegen San Marino zurecht, gegen Polen, Kroatien und Österreich fahrlässig vernachlässigt und der Vierte, ein technischer Offenbarungseid, überhaupt nur die letzten 10 Minuten sein Können zeigen darf?

Krankt es vielleicht am Wissen, daß bei aller Spezialisierung in sämtlichen Bereichen, schon im Jugendalter erklärt wird, was die Nationalelf nachweislich nicht beherrscht: Bei Ecken und Freistößen, bei Flanken vor das Tor, da kommt es auf scharfe Bälle und Bewegung an. Zum Ball hin, nicht aus dem Stand zum Kopfball, keine Mondlupfer oder Schaufelschüsse, sondern Flanken mit Effet und Härte sind angebracht.

Vielleicht ist es auch die Aussendarstellung eines jeden einzelnen Verantwortlichen, die die Alarmsignale gegen Ende der Qualifikation und in den letzten Freundschaftsspielen abgetan hatten. Das wird schon, wir werden auf den Punkt topfit sein, so lauteten die Grundaussagen.
Dabei muss man festhalten, daß all die schönen Ankündigungen vom Leistungsprinzip (teilweise schon bei Klinsmann ad absurdum geführt), vom schnellen Offensivspiel, vom Spektakel auf ganzer Linie gegen eine Wand gelaufen sind.

Wir sind wieder beim Rumpelfußball und lügen uns weiterhin in die Tasche. Aussagen wie die von Phillip Lahm (Wir haben uns in der ersten Halbzeit Sicherheit erarbeitet und dann in der zweiten Halbzeit mehr riskiert.) oder Michael Ballack (Es war schwer zu überzeugen, die Mannschaft hat einen großen Fight geliefert. Es war das erwartet schwere Spiel heute.) rufen in mir einfach nur noch einen extremen Würgreiz hervor.

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Sichtweisen eines Schalkers

Auch unsere Mannschaft wird einmal vor 90.000 Zuschauern spielen. (Willi Gies, Gelsenkirchen im Jahre 1904)

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